Ladenzeile geplant

Entwurf für Umbau des Bahnhof-Vorplatzes steht 

+
Die ersten Planungen für einen Umbau des Vorplatzes am Hauptbahnhof sind abgeschlossen. Sie sehen unter anderem den Abriss des leer stehenden, l-förmigen Gebäudetrakts (rechts) vor. Dort soll ein Neubau mit Geschäften und Büros entstehen.

Hanau - Seit Jahrzehnten ist der Vorplatz des Hanauer Hauptbahnhofs alles andere als ansehnlich. Aber es tut sich etwas. Eine bisher unveröffentlichte Planung soll noch dieses Jahr den politischen Gremien vorgelegt werden. Von Christian Spindler 

Die Kernpunkte: Ein Neubau mit Geschäften, Parkhäuser, ein Hotel, ein Fahrradparkhaus und ein Busbahnhof im Stil des Freiheitsplatzes. 25.000 bis 30.000 Zugreisende sind täglich im Hanauer Hauptbahnhof unterwegs. Tendenz steigend. Doch das Umfeld ist dem nicht angemessen. Der Bahnhof entspreche „nicht der Bedeutung unserer Stadt“, hatte nicht nur OB Claus Kaminsky (SPD) in der Vergangenheit beklagt. Der Vorplatz, so Baustadtrat Andreas Kowol (Grüne) müsse „in seiner städtebaulichen Funktion aufgewertet werden.“ Nachdem Anfang des Jahres in einem parlamentarischen Ausschuss eine Rahmenplanung skizziert wurde, mit der die Stadt und die DB Immobilien ein Fachbüro beauftragt hatten, ist diese Planung nun abschlossen, bestätigt Stadtrat Kowol. Sie definiert einzelne Bereiche und deren angestrebte Nutzung und Funktion. Noch ist der Entwurf unter Verschluss. Er soll bis Dezember dem Stadtparlament vorgelegt werden.

Eines der vorgesehenen Projekte: Ein Neubau anstelle des Trakts links neben dem Hauptgebäude, der sich in den Platz hineinzieht. Dieser der Bahn gehörende Gebäuderiegel steht längst leer. „Die DB Immobilien will die Fläche vermarkten“, so Kowol im Gespräch mit unserer Zeitung. Der jetzige Bau soll abgerissen werden und ein Investor dort einen Neubau mit Geschäften beispielsweise für Reisebedarf und Lebensmittel, einem Blumenladen, Apotheke oder Friseur errichten. Im Obergeschoss sind Büros vorgesehen.

Der eigentliche Bahnhofsvorplatz, der zum Großteil im Eigentum der Stadt ist, soll laut Kowol „großzügig gestaltet werden“ für Fußgänger und Radler sowie mit einem Bereich, in dem Bahnfahrer mit dem Auto abgesetzt oder abgeholt werden können. Daran anschließend und nur einen kurzen Fußweg vom Bahnhofsgebäude entfernt soll ein neuer Busbahnhof entstehen, den man so gestalten will wie den großen Zentralen Busbahnhof auf dem Freiheitsplatz: also mit sägezahnartig angelegten Haltestellen und markanten Runddächern (Paillettenschirme). Noch freilich sind für die Realisierung dessen keine städtischen Gelder eingestellt. Neben zwei Parkhäusern, eines davon rechter Hand neben dem Hauptbahnhof, haben die Planer auch ein Hotel vorgesehen. Das dafür ausgewiesene Gelände ist in Privateigentum. Für ein privates Hotel-Projekt gebe es interessierte Investoren, hatte es in der Vergangenheit geheißen. Das Interesse sei nach wie vor groß, sagt Andreas Kowol.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Hanau

Eine Neuerung soll es im Zuge der Umbauten auch in puncto Fahrradabstellen geben. Bisher stehen am Hauptbahnhof 60 Fahrradboxen und 100 Abstellbügel zur Verfügung. Offenbar zu wenig. Eine Umfrage unter Bahnnutzern hatten im November 2015 ergeben, dass viel mehr benötigt werden. Kowol rechnet mit 600. „Die jetzige Situation hat sich ungeordnet entwickelt“, sagt er, „und sie ist unbefriedigend.“ Die Umgestaltungspläne sehen ein Fahrradparkhaus samt Service-Station vor. Für eine Fahrrad-Station haben die Koalitionäre von SPD, Grünen, BfH und FDP nun auch eine parlamentarische Initiative zur nächsten Stadtverordnetensitzung gestartet. Demnach soll der Magistrat mit der Bahn im Zuge der Umbauplanung über „die Integration einer Fahrradstation verhandeln“ .

Eine solche Fahrradstation mit professioneller Fahrradbewachung könnte privat betrieben werden, heißt es. Die Einrichtung solle nicht nur Abstellmöglichkeiten bieten, sondern auch Ladestationen für E-Bikes, Leihräder und einen Wartungs- bzw. Reparatur-Service. Wenn alles optimal läuft, könnte nach Einschätzung von Stadtrat Kowol für Projekte wie den Neubau des Laden- und Bürohauses oder eines Hotels rasch eine Bauleitplanung auf den Weg gebracht und mit ersten Arbeiten bereits nächstes Jahr begonnen werden.

Auch im Hauptbahnhof und den Bahnsteig-Zugängen soll sich voraussichtlich ab 2017/18 etwas tun. Wie berichtet, hatten Bahn und Stadt eine Planungsvereinbarung über den barrierefreien Umbau geschlossen. Das Paket umfasst laut Kowol sieben Millionen Euro. Die Arbeiten sollen sich über einige Jahre hinziehen.

Kommentare