Gespräche im Main-Kinzig-Kreis

Wer koaliert mit wem?

Main-Kinzig-Kreis - Am 13. Mai wird die SPD Main-Kinzig entscheiden, mit wem sie Koalitionsgespräche aufnimmt und in den nächsten fünf Jahren im Kreis regieren will. Von Andreas Ziegert

Seit der Kommunalwahl haben sich SPD-Spitzenkandidat und Landrat Erich Pipa und sein Team mit den bisherigen Koalitionspartnern Grüne und Freie Wähler getroffen, dann folgten Gespräche mit der FDP, die für eine Fortsetzung dieser Koalition benötigt wird. Doch dieses bislang bevorzugte Modell hat bereits erste Kratzer bekommen, im Kreistag gab es sogar schon einen öffentlichen Zwist über das Streitthema Windkraft. Da passte es ganz gut, dass die CDU am Abend zuvor bei einem Sondierungsgespräch mit der SPD offenbar fleißig Punkte gesammelt hat.

„Wir stehen bereit für eine stabile Mehrheit im Main-Kinzig-Kreis“, wiederholte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Reul das Angebot, gemeinsam mit der SPD in Zukunft im Main-Kinzig-Kreis zu regieren. Thematisch sieht er keine Probleme für eine Einigung mit der SPD, für alle unterschiedlichen Standpunkte ließen sich Lösungen finden. Einzige Bedingung: „Eine Große Koalition müsste sich sofort bei den Hauptamtlichen darstellen“. Wen die CDU als Kreisbeigeordneten aufstellen würde, will Reul noch nicht sagen. Bedeutet aber auch: Matthias Zach (Grüne), dessen Amtszeit noch bis Ende Oktober 2017 läuft, müsste vorzeitig gehen.

„Für den Fall der Fälle wären wir vorbereitet“, gesteht Reul zumindest ein, dass über die Personalfrage schon einmal nachgedacht wurde, die Absage von Spitzenkandidatin Katja Leikert für die Landratswahl im nächsten Jahr hat die Suche aber wohl nicht einfacher gemacht. Die Bundestagsabgeordnete wird sich schon gar nicht als Nummer zwei oder drei in der Kreisverwaltung aufreiben. Auch den Landtagsabgeordneten Reul und Heiko Kasseckert wird wenig Interesse an dem Job als Vize-Landrat nachgesagt. Bleibt eigentlich nur ein Name übrig: Johannes Heger. Über den CDU-Kreisvorsitzenden aus Gründau wird hinter den Kulissen auch schon heftig spekuliert.

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Und was ist mit der FDP? Auf dem Kreisparteitag im März in Langenselbold gab es schon einen kleinen Vorgeschmack, wie gespalten die Liberalen trotz oder gerade wegen ihres guten Wahlergebnisses sind. Der Anti-Windkraft-Kurs wird anscheinend immer mehr zu einem Hindernis für einen Einstieg in die bisherige Koalition mit SPD, Grünen und Freien Wählern. Und während sich Fraktionsmitglieder wie Alexander Noll oder der Hanauer Dr. Ralf-Rainer Piesold durchaus Kompromisse vorstellen könnten, offenbarte der neue Parteichef Kolja Saß bei seinem ersten Auftritt im Kreistag deutliches Streitpotenzial.

Bevor die Entscheidung über Koalitionsverhandlungen fällt, will sich die SPD noch einmal mit den bisherigen Koalitionspartnern Grüne und Freie Wähler treffen. Angesichts der derzeitigen Entwicklungen mit der FDP und dem weiterhin offenen Streitpunkt Windkraft könnte hier allerdings bereits das Ende der bisherigen Kreisregierung eingeläutet werden.

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