Stahl-Kolosse und Zweiräder im Blickpunkt

Maschinentag: Mächtig Dampf abgelassen

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Großauheim - Der Maschinentag im Großauheimer Museum und im angrenzenden Dampfpark der Dampfmaschinenfreunde war gestern im Rahmen der Tage der Industriekultur nur einer von vielen Programmpunkten. Von Dieter Kögel

Doch wenn die Dampfmaschinen unter Druck stehen, dann strömen auch die Besucher sowohl in den Dampfpark, als auch ins Museum, das mit Führungen die industrielle Geschichte Hanaus beleuchtete. Die dampfenden Kolosse standen natürlich im Zentrum des Interesses. Die Maschinisten der Dampfmaschinenfreunde zeigten viele ihrer liebevoll aufgearbeiteten Raritäten in Funktion. Da wurden Holzblöcke gespalten, aber auch Drechselarbeiten ausgeführt. Mit Dampfkraft war eben vieles möglich. Auch der Bau des Hanauer Mainhafens. Viele der damals benutzten Maschinen sind im Dampfpark zu sehen. Fein aufgearbeitet, mit großen Fotos vom damaligen Originaleinsatz ergänzt. Ein höchst entspanntes Wandeln zwischen historischen Maschinen, zwischen Grün und einem herrlichem Gartenteich und eben wieder den stampfenden Zylindern, angetrieben durch Dampfkraft. Wie etwa bei der in der Museumshalle stehenden MAN-Maschine, deren Schwungrad von den angeheizten Kesseln vor dem Museum in Bewegung gehalten wird. Nicht ohne die ständige Aufmerksamkeit der Techniker der Dampfmaschinenfreunde.

Dampfmaschinen drehten derweil auch auf dem alten Friedhof und im Dampfpark ihre Runden: Zu Fahrten lud eine Dampflok ein, wenn auch nur auf einem geraden Gleis, das einmal vor und dann wieder zurück befahren wurde. Weiter ging es mit dem Lokomobil, das ebenfalls dampfbetrieben ist, aber ohne Schienen auskommt und schwer schnaufend seinen Weg bis in den Dampfpark hinein und wieder zur Haltestelle auf dem alten Friedhof zurücklegte. Eine Freude besonders für die Kinder, die sich nach der Fahrt am Stand der Museumspädagogik ein dampfgetriebenes Wasserfahrzeug bauen oder am Stand von „Rauti“ ihren kreativen Ideen bezüglich Comics nicht nur zum Thema Dampfkraft freien Lauf lassen konnten.

Maschinentag in Großauheim: Fotos

Erstmals dabei beim Tag der Industriekultur in Großauheim war der Klein-Auheimer Heimat- und Geschichtsverein. Er startete am Vormittag gen Großauheimer Museum; und das zum Teil mit Rädern aus der ehemaligen Fahrradschmiede Bauer aus Klein-Auheim. Für Staunen sorgten vor allem die Exponate aus der „Mopedscheune.“ Für rund 400 Reichsmarkt war eines der Modelle damals zu haben, für einen der späteren Nachfolger wurden bereits 700 D-Mark aufgerufen. Der Ankauf von Bauer-Zweiräder aus der Konkursmasse, das ist eine besondere Geschichte, der sich der Klein-Auheimer Heimat- und Geschichtsverein annimmt. Die Historie des Klein-Auheimer Bauer-Fahrrads jedenfalls ergänzte gestern trefflich die dampfenden Stahlmonster.

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