Irritationen über Zukunft des Friedhofs Steinheim-Nord

Million für Trauerhalle in Steinheim?

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Was mit der Trauerhalle auf dem Steinheimer Nord-Friedhof an der Hermann-Ehlers-Straße passiert, ist noch nicht entschieden. Eine Sanierung würde eine Million Euro kosten. Geld, das im künftigen Wirtschaftsplan einkalkuliert worden ist - vorsorglich. 

Steinheim -  Eigentlich soll der Steinheimer Friedhof Nord an der Hermann-Ehlers-Straße quasi ein Auslaufmodell sein. Längerfristig zumindest. Von Christian Spindler 

Nun sorgte für Irritationen, dass im städtischen Wirtschaftsplan ein Millionenbetrag für Investitionen in die Trauerhalle vorgesehen ist. Jeweils 500.000 Euro sollen in den Jahren 2017 und 2018 für eine Sanierung der Trauerhalle auf dem Nord-Friedhof bereitgestellt werden. Das weist der Finanzplan des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) aus. Eine Tatsache, die nicht nur bei Ortsbeiratsmitglied Bettina Sommer (CDU) Verwunderung ausgelöst hat. „Hat sich an der Auffassung der Stadt etwas geändert?“, fragte sie bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung nach der Zukunft des Friedhofs Nord. „Wir sind da offenbar nicht auf dem Laufenden gehalten worden.“ Dem pflichteten alle anderen Stadtteilvertreter bei und wenden sich an den Magistrat, um zu erfahren, ob es neue Pläne gibt.

Freie und belegbare Grabstellen wurden bzw. werden auf dem seit 1874 bestehenden Nord-Friedhof zwar noch vergeben, aber eine Erweiterung ist nicht möglich. Die Stadt geht davon aus, dass der Friedhof bis zum Ablauf der Ruhefristen mindestens bis 2060 besteht, aber eben kaum mehr neue Bestattungen stattfinden. Warum also so große Investitionen in die alte Trauerhalle, zumal auf dem Friedhof Steinheim-Süd, der über eine große Erweiterungsfläche verfügt, vor sieben Jahren eine 1,25 Millionen Euro teure neue Trauerhalle in Steinheim errichtet worden ist?

Zwar werde seit dem Bau der neuen Trauerhalle auf Steinheim-Süd darüber nachgedacht, die alte Trauerhalle auf dem Nord-Friedhof außer Betrieb zu nehmen und abzureißen, erfuhr unsere Zeitung auf Anfrage. „Da hierzu noch keine endgültige Entscheidung getroffen ist, wurden die Mittel in den Wirtschaftsplan etatisiert“, erklärte ein HIS-Sprecher. Falls eine Erneuerung der Trauerhalle-Nord erfolgen sollte, wäre der Aufwand offenbar beträchtlich. Er reicht von der Schadstoffentsorgung, einer energetischen Gebäudesanierung über neue sanitäre Anlagen und Kühlzellen bis zu Dach- und Pflasterarbeiten. Die eine Million Euro sei aber nur „prophylaktisch“ eingeplant worden, heißt es. Der Eigenbetrieb würde gleichwohl einen Abriss der alten Trauerhalle begrüßen, damit die Ausgaben nicht fällig werden. Entschieden ist das aber eben noch nicht.

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