Einigkeit bei den Gebühren

Müll und Abwasser werden preiswerter

+
Symbolbild

Hanau - In großer Einmütigkeit hat die Hanauer Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Montagabend eine Reihe von Gebührenanpassungen beschlossen. Während die Müll- und Abwasserentsorgungsgebühren zum 1. Januar 2017 um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt werden, werden die Friedhofs- und Stadtreinigungsgebühren leicht steigen. Von Dirk Iding 

Doch auch das ändere nichts an der Tatsache, dass Hanau auch im bundesweiten Vergleich seinen Bürgerinnen und Bürgern mit die günstigsten Gebühren abverlange, erklärte Stadtrat Andreas Kowol (Grüne). Die Gebührensenkungen wurden vom Stadtparlament einstimmig beschlossen, bei den Anhebungen gab es nur eine Enthaltung der Alternativen Linken Liste. Alle anderen Fraktionen stimmten dafür, der Forderung des Regierungspräsidiums nachzukommen und den Kostendeckungsgrad der Friedhöfe auf künftig 80 statt wie bisher 75 Prozent zu steigern. Rund 200.000 Euro Mehreinnahmen will die Stadt bei der Anhebung ihrer Friedhofsgebühren erzielen. Die Gebühren bei der Straßenreinigung wurden letztmals im Jahr 2003 rückwirkend zum 1. Juli 2002 angepasst. Angesichts von Kostensteigerungen bei Personal und Energie sei eine Gebührenanpassung auch hier angebracht, so Kowol. Auch bei der Straßenreinigung rechnet der Stadtrat künftig mit Mehreinnahmen in Höhe von 200.000 Euro.

In den Gebührenhaushalten Müll und Abwasser sind hingegen in den letzten Jahren Rücklagen in Millionenhöhe aufgelaufen, die ab kommenden Jahr den Hanauer Bürgern über zehnprozentige Gebührensenkungen zurückgegeben würden. Kowol rechnet damit, dass die niedrigeren Gebühren „mindestens vier bis fünf Jahre“ Bestand haben werden.

Bilder: So sieht es im Müllheizkraftwerk aus

Mit der Änderung der Abfallgebührenordnung hat das Parlament auch die von Stadtrat Kowol vorgeschlagene Abschaffung der Sperrmüllgebühren in Hanau beschlossen. Künftig kann Sperrmüll in bestimmtem Rahmen kostenlos am Bauhof Daimlerstraße entsorgt werden beziehungsweise man kann ihn auch kostenlos daheim abholen lassen. Davon erhofft sich der Abfalldezernent auch weniger wilden Müllablagerungen im Stadtgebiet, die ein Dauerärgernis darstellen. Immerhin rund 70 Tonnen illegal in der Landschaft entsorgten Müll muss die Stadt jährlich auf Kosten der ehrlichen Gebührenzahlen entsorgen. Rein rechnerisch entfielen auf jeden Haushalt jährlich 30 Kilo Sperrmüll. Insgesamt liege die Müllmenge bei 460 Kilogramm pro Haushalt.

Mehr zum Thema

Kommentare