Neue Ideen stets willkommen

Ehrenamtliche Paten begleiten Flüchtlinge

Hanau - Seniorenbüro und Koordinationsstelle Asyl der Stadt Hanau suchen weitere Paten, die Flüchtlinge bei der Bewältigung ihres Alltags in der neuen Umgebung unterstützen und begleiten.

Ehrenamtliche Paten, Flüchtlinge und Mitarbeiter der Stadt trafen sich im Gärtnerhaus der Lebenshilfe zum Informationsaustausch über bislang Geleistetes und mögliche neuen Projekte. Dabei wurde deutlich: Weitere Ehrenamtler, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen, sind gerne gesehen.

„Alt für jung – Patenschaften“ nennt sich das Projekt, das bereits erfolgreich angelaufen ist. Am Mittwoch trafen sich Paten und begleitete Flüchtlinge zum Informationsaustausch im Gärtnerhaus der Lebenshilfe. Mit dem Projekt wolle die Stadt „Lücken schließen, damit das Ankommen in Deutschland gelingt“, so Hanaus Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD). Das Ankommen in einem Land, „das auf Einwanderung nicht vorbereitet ist“ und in dem jemand „ohne ein Stück Papier oder Plastikkarte nichts gilt.“ Hier gelte es, kreativ zu sein, neue Wege zu suchen, unterstützende Strukturen zu schaffen und eng zu verzahnen. Das Ehrenamt sei hier stark gefragt, und das Ehrenamt ist wohl auch bereit dazu, wie die Berichte der Paten verdeutlichten. Sprachförderung gehört ebenso zu den begleitenden Maßnahmen wie die Unterstützung bei bürokratischen Fragen und Ämtergängen. Initiativen wie der Bau von Hochbeeten auf Sportsfield Housing in Wolfgang unter der Regie von Paten tragen nicht nur zur Selbstversorgung mit frischem Grün bei, sie bieten auch Raum für gemeinsame Tätigkeit, für Begegnung und für engeren Kontakt zwischen den Flüchtlingen und Paten auch untereinander. Da seien bereits herzliche Verbindungen gewachsen, so eine der Patinnen. Ein anderer ergänzte: „Das macht großen Spaß, es ist eine sehr befriedigende Arbeit.“

Die meisten Paten betreuen Flüchtlinge, die bereits in Wohnungen in der Stadt leben. Viele davon in Steinheim, wo sie willkommene Unterstützung auf dem Weg in die neue Selbstständigkeit bekommen. Auch wenn es zuweilen Geduld kostet. Denn viele Flüchtlinge warten, obwohl sie die Voraussetzungen bereits erfüllen, immer noch auf einen Platz in den auf lange Zeit hinaus ausgebuchten Sprachkursen, andere haben nach vielen Monaten Aufenthalt nicht einmal ihr erstes „Interview“ hinter sich, das sie zur Inanspruchnahme von entsprechenden Angeboten berechtigt. „Zum Nichtstun verdammt“, wie es eine aus Syrien geflüchtete Frau beklagte. Und wer denn bereits in einem Stadtteil wohne und die Möglichkeit zum Besuch eines Sprachkurses in der Kernstadt habe, der stehe vor anderen Problemen. Nicht nur wegen der Kinderbetreuung, auch wegen der Fahrtkosten zu den Unterrichtsorten. Rund 100 Euro kämen da monatlich zusammen, rechnete eine Patin vor, und „das ist einfach teuer, auch bei kostenlosen Sprachkursen.“

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Dort und in vielen weiteren Bereichen der Unterstützung der Flüchtlinge, vornehmlich aus Syrien, Somalia und Eritrea, seien Kreativität und Ideen auch aus dem Bereich des Ehrenamtes gefordert, sagte Barbara Heddendorp vom Hanauer Seniorenbüro. Man sei daher offen für alle neuen Ideen oder Projekte. Dabei nehme man auch die Wünsche der Flüchtlinge auf, etwa nach der Ausweitung von Radfahrkursen für Frauen; und man versuche, diesen gerecht zu werden. Das nächste Treffen der Paten findet am 14. Juli im Seniorenbüro statt. Heddendrops Bitte an die derzeitigen Paten: „Bringen Sie neue interessierte Leute mit, die sich für die Idee begeistern können.“ (dk)

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