Neue Kunst in alten Mauern

Adina Rac-Parlow belebt das Wasserwerk III

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Zum Raum für Kunst wird das Wasserwerk III an der Burgallee. Möglich macht das die Besitzerin der Immobilie, Adina Rac-Parlow (kniend), die das Hauptgebäude für Ausstellungen öffnet. Darüber freuen sich Kurator Marcel Walldorf (rechts) und der Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur, Martin Hoppe (links).

Hanau - Seit 1912 leistet das Wasserwerk III wichtige Dienste. Doch auch architektonisch ist das Gebäude-Ensemble an der Burgallee 119 ein echtes Kleinod, das lange Zeit unbeachtet geblieben ist. Die neue Besitzerin Adina Rac-Parlow will das ändern. Von Laura Hombach 

Sie führt nicht nur liebevolle Sanierungsarbeiten durch, sondern macht das Wasserwerk auch zu einem Raum für Kunst. Auftakt dafür ist morgen die Vernissage zur Ausstellung „Idendiät“. 2014 hatte Rac-Parlow den unter Denkmalschutz stehenden Komplex mit einem Hauptgebäude, zwei Wohnhäusern sowie zwei Wachhäuschen von den Stadtwerken erworben. Dass sich die Innenarchitektin dabei gegen die anderen Kaufinteressenten durchsetzen konnte, hatte zum einen mit ihrem Konzept, das Wasserwerk zu einem Ort der Kultur zu machen, aber auch damit zu tun, dass man in Hanau bereits gute Erfahrungen mit Rac-Parlows Wirken gemacht hat. Gleich drei Häusern in Steinheim, an der Wenckstraße und an der Häfnergasse, wurde unter ihrer Regie neues Leben eingehaucht.

Bei Rac-Parlow bestehe seitens der Stadt ein Grundvertrauen in ihren Bürgersinn und darin, dass sie mit viel Sachverstand in dem vom Denkmalschutz vorgegebenen Rahmen restauriere und anpacke, lobt Martin Hoppe, Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur. Auch bei der Sanierung des über 100 Jahre alten Wasserwerks, das weiterhin in Betrieb ist, geht es zügig voran. Die beiden Wohnhäuser sind bereits restauriert. Das Hauptgebäude soll im kommenden Jahr folgen. Nach ihrer Motivation gefragt, erklärt Rac-Parlow, die sich selbst als „bunten Vogel“ bezeichnet: „Man muss ab und zu einmal Danke an Hanau und seine Mitbürger sagen.“

So war sie auch gleich für die Idee einer Ausstellung von zeitgenössischen Werken junger Kunstprofis zu haben. Kurator Marcel Walldorf hat für die Ausstellung ein breites Spektrum von Arbeiten zusammengetragen. 17 junge deutsche und internationale Künstler geben im und um das Wasserwerk III einen Einblick in ihr Kunstschaffen - und damit zugleich den Auftakt für die Ausstellungsreihe „Wasserwerk III, Raum für Kunst“, in der künftig einmal im Jahr unter der Schirmherrschaft von Adina Rac-Parlow Ausstellungen mit zeitgenössischen Positionen stattfinden sollen. Unter dem Titel „Idendiät“ legte Walldorf bei der Premierenausstellung den Schwerpunkt auf figürliche und narrative Darstellungen. Nach eigenen Worten wollte er eine unterhaltsame Ausstellungssituation schaffen, die es dem Betrachter ermögliche, wieder mehr Zugang zur zeitgenössischen Kunst zu finden.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

„Diese im Zusammenspiel von privatem und ehrenamtlichem Engagement, Stadt und Künstlern entstandene Ausstellung ist etwas Einmaliges“, ist Hoppe begeistert, von dem, was im und am Wasserwerk geleistet wurde. Eigentümerin Rac-Parlow hat indes noch viele weitere Ideen. Ihr schweben Ausstellungen etwa mit moderner Kunst aus Südfrankreich, aber auch so genannter „Hausfrauenkunst“, Diavorträge und ein Kunstweihnachtsmarkt vor.

Zur „Idendiät“-Vernissage am morgigen Samstag ab 18 Uhr gibt es neben der Kunstschau auch Livemusik mit Marvin Scondo, Hanauer Bier, und die Stadtwerke sind mit ihrem Wassermobil vor Ort. Die Ausstellung ist bis zum 30. September zu sehen. Weitere Öffnungszeiten sind am Sonntag, 18. September, Mittwoch, 21,, Samstag, 24., Sonntag, 25., und Mittwoch, 28. September, jeweils von 16 bis 20 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 0175/9491701. Der Eintritt ist frei, wer möchte, kann einen kleinen Obolus in eine Sammelkiste leisten. Die Kunstwerke sind käuflich zu erwerben.

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