Noch nicht ausreichend Bewerber für neuen Studiengang

Brüder-Grimm-Berufsakademie: Studienstart auf der Kippe 

Hanau - Die beiden älteren „Kinder“ der Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau, die Studiengänge Designmanagement und Produktgestaltung, sind schon fast den Kinderschuhen entwachsen und „laufen stabil“, wie es Akademie-Geschäftsführerin Elke Hohmann ausdrückt. Von Dirk Iding 

Die Brüder-Grimm-Berufsakademie ist mit den beiden Studiengängen Designmanagement und Produktgestaltung sehr gut angelaufen. Für den dritten Studiengang Innovationsmanagement fehlen aber noch bislang ausreichend Bewerber.

Doch der jüngste Nachwuchs, der neue Bachelor-Studiengang Innovationsmanagement, benötigt noch Starthilfe.  Ob er, wie geplant, im August starten kann, ist noch nicht sicher. Zur Zeit zählt die an der Staatlichen Zeichenakademie angedockte Brüder-Grimm-Berufsakademie in ihren bereits etablierten Studiengängen 75 Studierende. Mehr als 25 weitere werden im September hinzukommen, freut sich Geschäftsführerin Elke Hohmann über einen nach wie vor guten Zulauf für die Studiengänge Designmanagement und Produktgestaltung. Mit dem Bachelor-Studiengang Innovationsmanagement, für den die Berufsakademie erst im Frühjahr die Akkreditierung erhalten hatte, wird nun in Hanau ein dritter, deutschlandweit einmaliger Studiengang angeboten. Er verbindet die Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau mit einem parallelen Bachelor-Studium in sieben Semestern. In dem neuen Studiengang sollen die Teilnehmer lernen, Ideen bis zur Marktreife zu entwickeln. Denn in vielen Unternehmen mangelt es nicht an Ideen, es hapert aber oft an deren Umsetzung. So besagt eine Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung, dass in Deutschland nur jedes sechzehnte Innovationsprojekt auch tatsächlich realisiert wird.

Hier soll das neue Berufsbild eines Innovationsmanagers Abhilfe schaffen. „Heute können sich Unternehmen nicht mehr allein auf die Arbeit der eigenen Entwicklungsabteilung verlassen, sondern müssen verstärkt auf die Integration und Nutzung der Erfahrungen von Mitarbeitern anderer Abteilungen oder externer Kompetenzen setzen.“, erläutert Akademieleiterin Prof. Nicole Simon. Innovationen entstünden heute zumeist in komplexen Netzwerken von Kunden, Forschung, Industrie, Design, Kommunikation und Venture Capital. „Genau diese Vermittlung leistet ein Innovationsmanager.“

Anders als bei den Studiengängen Produktgestaltung und Designmanagement, bei denen die Zeichenakademie quasi als Ausbildungsbetrieb für die Studierenden fungiert, muss die Brüder-Grimm-Berufsakademie beim Studiengang Innovationsmanagement mit externen Unternehmen kooperieren. Doch viele der Unternehmen, für deren Auszubildende der Studiengang interessant sein könnte, haben ihre Planungen für das kommende Ausbildungsjahr offenbar bereits abgeschlossen. Deshalb ist es fraglich, ob – wie zunächst vorgesehen – bereits im August mit dem neuen Studiengang begonnen werden kann. Die Bewerbungsfrist dafür endet bereits am 30. Juni.

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Akademie-Geschäftsführerin Elke Hohmann hofft, dass sich möglicherweise noch einige kleinere bis mittelständige Unternehmen für den Studiengang begeistern können und der Berufsakademie geeignete Absolventen melden. Falls der Studiengang in diesem Jahr allerdings noch nicht zustande kommt – eine Entscheidung darüber will man in längstens zwei Wochen getroffen haben –, wäre das aber auch „kein Beinbruch“, so Hohmann. „Dann starten wir eben im nächsten Jahr“, ist die Akademie-Geschäftsführerin von dem Konzept „vollkommen überzeugt“. Unternehmen, die sich für eine Kooperation mit der BGBA interessieren, können sich unter Telefon 06181/6764640 an die Geschäftsführung wenden.

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