Angebot des Franziskus-Hauses

Notschlafstelle für mittellose und obdachlose Menschen schließt

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Symbolbild

Hanau - Die Notschlafstelle „Schneckenhaus“ des Franziskus-Hauses hat in dieser Woche zum Ende der Frostperiode den Betrieb eingestellt.

In 187 Einsätzen haben die Mitarbeiter des Franziskus-Hauses in diesem Winter 49 Männer und sieben Frauen teilweise mehrmals in der Notschlafstelle aufgenommen. Möglich ist das Angebot durch die Zusammenarbeit der Stadt Hanau, des Main-Kinzig-Kreises und der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe. Auch der gute Kontakt zur Polizei und den Krankenhäusern ist laut Pressebericht ein wichtiger Baustein für das Gelingen dieses zusätzlichen Übernachtungsangebots in der Frostperiode.

Die Notschlafstelle war seit dem 30. Dezember 2015 geöffnet. Sie ist ein zusätzliches Übernachtungsangebot für mittellose und obdachlose Menschen in den kalten Wintermonaten. Über eine Klingel kann ein Bereitschaftsdienst angefordert werden kann. Die Unterkunft „Schneckenhaus“ ist mit Betten und einem eigenen Sanitärbereich ausgestattet und bietet getrennte Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen und Männer an. Die Menschen werden mit allem versorgt, was zur Übernachtung notwendig ist, bei Bedarf auch mit Essen und Getränken. Der Verbleib im „Schneckenhaus“ ist auf eine Nacht beschränkt.

Für den folgenden Morgen bieten die Mitarbeiter des Franziskus-Hauses einen Beratungstermin an, um einen Ausweg aus der Notsituation zu finden. Für die nächsten Nächte kann der Betroffene in die Regelübernachtung in der Herberge aufgenommen oder an das Soziale Netz vermittelt werden. Bei der Mehrheit gelingt dies auch. Jedoch gebe es eine Gruppe von Menschen, die weitergehende Hilfen nicht annehmen, daher auch keine gesicherte Unterkunft haben und die Notschlafstelle „Schneckenhaus“ in der Frostperiode bedarfsweise nutzen, sonst aber aus freien Stücken ohne festes Obdach leben wollen. Die Entscheidung, bei Tag und Nacht im Freien zu leben, wird durch das im Grundgesetz verankerte Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit gestützt. Die Nutzung der Notschlafstelle ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen. 2014/15 wurden 55 Menschen betreut, im Winter 2013/14 waren es 37.

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kd

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