Sabrina Knell vertritt Hessen bei DM in Berlin

Mit Siegerstrauß für Olympia auf Floristen-Olymp?

Großauheim - Mit einer Mischung aus solider Ausbildung, reicher Erfahrung und kreativen Einfällen hat die Großauheimerin Sabrina Knell das Fundament für ihren Erfolg gelegt. Sie kann nun in Berlin auf großer Bühne ihr Können zeigen - bei den deutschen Meisterschaften des Floristenhandwerks. Von Holger Hackendahl 

Unter dem Motto „Feuer und Flamme für Rio“ treffen sich Deutschlands beste Floristen in der Bundeshauptstadt zum kreativen Wettstreit. Die 31-jährige Sabrina Knell, die seit zwei Jahren in der Vosswaldstraße 3 das Blumengeschäft „Blattwerk“ betreibt, vertritt bei den Titelkämpfen am 19. und 20. August das Bundesland Hessen. „Ich hatte noch gar keine Zeit, um aufgeregt zu sein“, so Knell, für die die Titelkämpfe mit zehn Mitbewerberinnen aus ganz Deutschland freilich etwas ganz Besonderes sind. Sabrina Knell wurde im vergangenen September beim fürstlichen Gartenfest in Langen hessische Vize-Meisterin und darf nun nach der Absage der aktuellen Hessenmeisterin, die aus persönlichen Gründen nicht in Berlin antreten möchte, in den Potsdamer Platz-Arcaden bei den Deutschen Meisterschaft der Floristen an den Start gehen.

„Es ist einfach klasse und ein schönes Privileg, bei so einem tollen Wettbewerb mitzumachen“, wäre Sabrina Knell nach eigener Aussage selbst mit dem 11. Platz zufrieden, um dann allerdings nachzuschieben: „Cool wäre es natürlich, unter die ersten Drei zu kommen.“ Eine gesunde Portion Optimismus nimmt die 31-Jährige, die den schulischen Teil ihre dreijährige Ausbildung zur Floristin an der Eugen-Kaiser-Schule absolviert hat, auf jeden Fall mit nach Berlin. Auch wenn sie sich dort auf jede Menge Arbeit einstellen muss: „Ich werde wohl keine Zeit haben, mir die Stadt anzuschauen, weil wir nach den Wettkämpfen bestimmt k.o. sind.“

Ihre Mutter Astrid, mit der sie das Geschäft in der Waldsiedlung betreibt, wird allerdings nicht mit nach Berlin reisen können. „Einer muss ja hier die Stellung halten“, bedauert die 31-Jährige, deren Lieblingsblumen Allium, Pfingstrosen und Ranunkeln sind. Wie schon bei der Hessenmeisterschaft, gilt es auch bei den Deutschen Meisterschaften, an zwei Tagen mehrere Aufgabenstellungen zu bewältigen. Erste Aufgabe der von Fleurop und dem Fachverband Deutscher Floristen ausgerichteten nationalen Meisterschaften ist das Herstellen von Raumschmuck unter dem Motto „More is more“. Danach gilt es, brasilianische Lebensfreude in floralen Tischschmuck unter dem Motto „Welcome to Rio“ umzusetzen.

„Die dritte Aufgabe nimmt Bezug zur Geiselnahme bei Olympia ‘72 und wird eine Pflanzung zum Thema Hoffnung und Trost“, erläutert Sabina Knell. Letzte Aufgabe des ersten Wettkampftages wird ein „gebundenes Werkstück“ sein, das sie als „Rio rockt“-Siegerstrauß für ihren Lieblingsathleten binden soll. „Ich habe mir den deutschen Badmintonspieler Michael Koch ausgesucht“, erklärt die 31-Jährige.

Fast ohne Erde - Gärtnern auf Strohballen

Am zweiten Wettkampftag, an dem abends auch die Siegerehrung ansteht, möchte die Großauheimerin die Fachjury mit einer freien Kreativarbeit zum Thema „Auf den Spuren der Antike“ überzeugen. 90 Minuten bleiben ihr für die Fertigung. Zwei Arbeitskisten mit Material hat sie bereits gepackt und einen Kranzkörper aus Maulbeerbaumrinde vorbereitet. Als Assistentin wird Sabrina Knell in Berlin ihre Freundin Anna Kress aus Flieden zu Seite stehen.

Die deutsche Floristen-Meisterschaft ist sowohl für Fachbesucher als auch Laien ein herausragendes Ereignis. „Es ist wie bei den Spielen in Rio: Wer es bis hierher geschafft hat, kann bereits große Erfolge für sich verbuchen“, stellt Berlins Regierender Bürgermeister und Schirmherr des Wettkampfs, Michael Müller, in seinem Grußwort fest.

Und für Helmuth Prinz, Präsident des Fachverbands Deutscher Floristen steht fest: „Die Deutsche Meisterschaft der Floristen setzt seit fünfzig Jahren die Weichen für deutsches Blumen-Design.“ Jeder Finalist stehe für die Zukunft des Berufsstandes, für innovatives Floral-Design und handwerkliche Blumenkunst auf dem höchsten Niveau. Und dass Sabrina Knell zu diesen Finalisten zählt, darauf kann sie - unabhängig vom Ergebnis, das sie in Berlin erzielen wird - schon heute stolz sein.

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