Zehnter Geburtstag gefeiert

„Schnurstraxx“: Eine Kneipe als Vereinszweck

Hanau - Die urige Kneipe „Schnurstraxx“ hat am Samstag einen rauschenden zehnten Geburtstag gefeiert. Von Dieter Kögel 

Aber nicht im kleinen Stammsitz in der Schnurstraße 2 in der südöstlichen Innenstadt, sondern im alten Drahtwerk in der Frankfurter Landstraße, in dessen Mauern sich in den vergangenen Jahrzehnten viele Firmen aus dem kreativen Bereich angesiedelt haben.

„Schwabi“ hieß die Kneipe in der Schnurstraße unter der Leitung des vorherigen Wirtes, und konnte sich bereits einer großen Beliebtheit erfreuen. Als der Betreiber 2006 in „Rente“ ging, übernahm der „Verein zur Förderung kreativer Freizeitgestaltung“ das Raucherlokal, das fast an ein Museum erinnert. Denn an den Wänden ist kaum mehr Platz. Regale, gefüllt mit Schüsseln, Kannen, Vasen und anderen Utensilien aus vergangenen Zeiten fordern da zum optischen Spaziergang ebenso wie die Werbeblechschilder ehemaliger Hanauer Brauereien. Und was an der Wand keinen Platz hat, das baumelt von der Decke, wie der große hölzerne Flugzeugpropeller oder der Korbkinderwagen aus der Nachkriegszeit.

Abwechselnd stehen die Vereinsmitglieder von Montag bis Samstag täglich ab 19 Uhr an den Zapfhähnen und füllen Gläser oder Krüge mit einem der drei im Angebot befindlichen Fassbiere. Auch der Apfelwein kommt vom Fass. Und in lockerer Reihenfolge gibt es Livemusik im „Schnurstraxx.“ Dann wird es in der Regel immer eng – und spät.

Wie auch am Samstag bei der großen Geburtstagsfeier im ehemaligen Drahtwerk in der Frankfurter Landstraße. Dort, wo einst Draht gefertigt wurde, haben sich in den letzten Jahrzehnten junge kreative Köpfe mit ihren Firmen niedergelassen. Softwarehersteller, Medien- und Musikproduktionsfirmen, Künstler, Lichtdesigner, Architekten, Anwälte, Fotografen, die vielfach gemeinsame Sache dort machen, wo es sich anbietet. Ganz im Sinne von Eigentümer und Vermieter Alexander Heinrich, der den aus Backsteinen errichteten Gebäudekomplex Stück für Stück entwickelt, saniert und renoviert hat.

Viele der Ateliers und Schauräume hatten am Samstag ihre Türen geöffnet, gewährten Einblicke in ihre Arbeit, boten eigene Programmpunkte zum Geburtstagsfest des „Schnurstraxx,“ dessen Team die Gäste auf dem weitläufigen Hof mit kräftiger Gulaschsuppe, Nudeln mit Pasta und Wein und Bier versorgte. Dazu Musik von „Ramblin‘ Konrad,“ der Ein-Mann-Band aus Hanau. Postiert in der Nähe des Heizstrahlers, damit die Finger zum Greifen und Zupfen der Gitarrensaiten nicht steif wurden.

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Dazwischen bunt geschminkte Kinder, die aus dem Fotoatelier kamen. Nicht ohne sich vorher fotografisch verewigt zu haben. Das taten auch die Erwachsenen, nachdem sie sich aus dem Requisitenfundus im Atelier das passende Outfit übergestülpt hatten.

Leises „Klicken“ und „Klacken“ im Atelier des Lichtdesigners Joerg Obenauer, wenn die Schaltungen seiner Lichtobjekte einsetzten und neue Lichtmuster auf die Netzhaut der Betrachter zauberten. Sinnliche Erfahrungen im extra für den Abend hergerichteten „Protonen Club.“ Nicht nur Kaminöfen präsentierte das Feuerhaus Konrad zu Livemusik von „Reverend Schulzz.“ Auch ein Flachbildschirm war installiert worden, doch die Übertragung des Fußballspiels Deutschland gegen Tschechien hatte einen überschaubaren Zuschauerkreis. Die drängelten sich nämlich im großen Saal im 1. Stock, wo die Bands „Shawn,“ „Buddy and the Sharks“ und die „Compagions“ eine lange, laute und ausgelassene Geburtstagsnacht garantierten.

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