Haltung, Import, Verkauf und Zucht künftig untersagt

Waschbären auf dem EU-Index

+
Possierlich, aber mancherorts eine Plage: Waschbären gehören zu den 37 Tier- und Pflanzenarten, deren Import, Haltung und Zucht die EU untersagen will. Davon betroffen ist auch der Klein-Auheimer Wildpark, in dem zur Zeit acht Waschbären leben.

Klein-Auheim - Mancherorts sind sie bereits zu einer echten Plage geworden. So sehr, dass sich jetzt sogar die EU-Kommission zum Handeln gezwungen sieht. Sie hat den Waschbär zusammen mit 36 weiteren so genannten invasiven Tier- und Pflanzenarten auf eine „schwarze Liste“ gesetzt. Von Holger Hackendahl   

Auch im Klein-Auheimer Wildpark werden Waschbären gehalten. Acht sind es derzeit. Auch für Zoos und Tierpark gilt: Haltung, Import, Verkauf und Zucht der Arten auf der Brüsseler EU-Liste sollen künftig untersagt werden. Zumindest die Zucht von Waschbären ist im Klein-Auheimer Wildpark kein Thema: „Unsere männlichen Tiere sind alle kastriert. Wir haben hier keinen Nachwuchs“, sagt Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel. Bei den Wildpark-Waschbären handelt es sich um Findlinge, meist um verwaiste Jungtiere, die in Wildtierpflegestationen aufgezogen und dann der Fasanerie angeboten wurden.

Ursprünglich stammt der Waschbär aus Nordamerika, wurde in den 30er-Jahre von einem Förster am Edersee ausgesetzt, um die heimischen Fauna zu bereichern. Von da aus eroberte er sich die Wälder Mitteldeutschlands. Auch aus Pelztierfarmen sind seinerzeit einige Waschbären ausgebüchst. Schätzungsweise 200.000 Waschbären leben derzeit nach Angaben von Dr. Ebel in Deutschland – Tendenz steigend. Auch in den Wäldern rund um Hanau tummeln sich die „Maskenträger“. „Die Tiere haben bei uns scheinbar ihre ökologische Nische gefunden“, so die Biologin.

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

Ob daran die Brüsslerer Liste etwas ändert? Dr. Ebel ist skeptisch. Und sie fragt sich: „Was  machen  wir nun, wenn Waschbär-Findlinge von Tierärzten oder Aufzuchtstationen in unserem Wildpark abgegeben und zur Haltung im Wildpark gebracht werden?

Mehr zum Thema

Kommentare