Wildpark-Stars Ayla und Scott

Seltsames Verhalten: Das Zittern der Wölfe

+
Was ist mit den beiden Polarwölfen Ayla und Scott? Sie fressen kaum, zittern und sind äußerst misstrauisch. Über den Grund für die merkwürdige Wesensveränderung kann auch die Wildpark-Biologin derzeit nur spekulieren.

Klein-Auheim - Sie sind die Stars beim öffentlichen Wolfsheulen im Klein-Auheimer Wildpark: Ayla und Scott. Doch den betagten Polarwölfen geht es nicht gut. Warum, darüber wird gerätselt. Von Holger Hackendahl

Ob die Tier verschreckt wurden, vielleicht sogar von einem Blitzschlag, oder ob ihre Wesenveränderung dem hohen Alter geschuldet ist - niemand weiß es so recht. Vorläufig heulen sie jedenfalls nicht mehr. „Mit zwei kranken Wölfen zu heulen, macht keinen Sinn“, sagt Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel zur Absage des beliebten Wolfsheulens am kommenden Montag. Doch was ist passiert? Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub Ende Mai wurde Dr. Ebel von Ayla und Scott nicht so begrüßt wie sonst nach einer Abwesenheit. „Da merkte ich, dass etwas nicht in Ordnung ist“, sagt die Biologin, die seit deren Geburt ein inniges Verhältnis zu ihren Weißen pflegt. „Ayla war in der Höhle und als sie nach 20 Minuten heraus kam, zitterte sie an der Flanke, ebenso wie Scott.“ Der hatte vor Ebels Urlaub noch gut gefressen. „Nun frisst er kaum noch. Wenn er rohes Fleisch bekommt, vergräbt er es.“ Bei Ayla ist es ähnlich. Auffällig: Wenn die beiden zwölfjährigen Polarwölfe ein Auto sehen, fangen sie an zu murren. „Sie sind viel ängstlicher als sonst“, so Ebel. Parasitologischen und mikrobiologischen Untersuchung brachten aber keine Befunde.

Derzeit bekommen die Tiere, die mit zwölf Jahren ein geradezu biblisches Alter für Polarwölfe haben, Schonkost: Reis, Hähnchen, Karotten und Nährstoffe für eine gesunde Darmflora sowie Tabletten, die gegen viele Krankheiten und Mangelerscheinungen helfen sollen. Die Tabletten werden in Leberwurst, Salami oder Blutwurst versteckt verabreicht. Danach gibt’s eine Mischung aus Hundefutter, Haferflocken und ein wenig Heilerde.

Seit Donnerstag fressen die beiden Wölfe immerhin wieder etwas besser, was Hoffnung macht. Die Tabletten sollen auch gegen entzündliche, schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparats helfen. Denn „Scott zittert nicht nur an der Flanke, er hat auch Probleme beim Hinlegen. Ob die Tabletten etwas bewirken, kann ich noch nicht sagen“, so Dr. Ebel. Es heißt abzuwarten.

Impfung von jungen Wölfen in der Alten Fasanerie in Hanau

Über die Gründe für die Wesenveränderung bei ihren beiden Schützlingen kann „Wolfsmutter“ Dr. Ebel nur mutmaßen. Hat jemand etwas Falsches ins Gehege geworfen? Ist ein Blitzschlag der Grund? Oder haben die großen Maschinen, die im Wildpark die Gräben sauber gemacht haben, die Wölfe nachhaltig verschreckt? Denn Ayla und Scott sind Menschen gegenüber deutlich misstrauischer als vorher. Ein gesunder Wolf heult gerne. „Ich möchte aber nicht mit kranken Wölfen heulen“, wirbt die Biologin um Verständnis für die Absage des Wolfsheulens, zu dem mitunter mehrere hundert Besucher in den Wildpark kommen.

hoh

Mehr zum Thema

Kommentare