„Ausrufezeichen gesetzt“

Flexa nimmt 4,5 Millionen Euro teure Produktionshalle in Betrieb

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Das Firmengelände von Flexa an der alten Darmstädter Straße aus der Vogelperspektive. Vorne rechts die neue Produktionshalle, die seit Mai in Betrieb ist nun offiziell eingeweiht wurde.

Steinheim - Sie ist eines der traditionsreichsten Familienunternehmen in Hanau: Die Firma Flexa in Steinheim, die weltweit Spezialschläuche und Schlauchsysteme verkauft - alles ausschließlich produziert in Steinheim. Von Christian Spindler

Das Unternehmen, das vor dem 70-Jahr-Jubiläum steht, hat den Standort stetig ausgebaut. Nun wurde eine neue, 4,5 Millionen Euro teure Produktionshalle eingeweiht. Es sind beachtliche Fertigungszahlen, mit denen Flexa an der alten Darmstädter straße aufwartet: 30 Kilometer Schläuche können an einem Tag in den sieben Hallen produziert werden. Zehn Millionen Meter Schläuche werden pro Jahr verkauft, dazu sechs Millionen Anschlussteile - zumeist Schlauch- und Kabelschutzsysteme für den Maschinen- und Elektroanlagenbau, aber auch für Schienenfahrzeuge oder Windkraftanlagen sowie die Laser- und Medizintechnik, erläuterte Flexa-Chef Markus Stenger gestern bei der offiziellen Einweihung der neuen Produktionshalle 7. Das anthrazitgraue Gebäude, das in nur zehnmonatiger Bauzeit entstanden und bereits seit Mai in Betrieb ist, schließt sich schräg gegenüber des Verwaltungstrakts an eine fast baugleiche Halle an, die vor vier Jahren errichtet wurde.

Mit der Halle 7 konnten „Produktionsabläufe verbessert und Teile der Produktion zusammengeführt werden“, so Stenger bei der Feierstunde vor rund 50 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kirchen. Auf 3260 Quadratmetern Nutzfläche sind nicht nur Fertigungsbereiche untergebracht, sondern im Obergeschoss auch Büros, die damit näher an die Produktion heranrücken. Fast 31.000 Quadratmeter misst das gesamte Flexa-Areal. Annähernd 90 Prozent der Fertigung sind nunmehr auf der rechten Seite der alten Darmstädter Straße zusammengefasst, so Stenger.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1947 von Karl-Heinz Stenger an der Schönbornstraße als Steinheimer Maschinenschlauchfabrik. In den 60-er Jahren wurde der Standort zu klein, die Flexa zog an die Darmstädter Straße, auf das Gelände einer früheren Ziegelei. Auch hier ging der Ausbau sukzessive weiter. Flexa beschäftigt mittlerweile 170 Mitarbeiter. Die in Steinheim produzierten und patentierten Rohrflex-Wellschläuche, aber auch Metall-, Kunststoff- und Spezialschläuche werden in die ganze Welt geliefert; das Gros innerhalb Europas, wo Flexa in einigen Bereichen Marktführer ist.

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Mit dem jetzigen Neubau und der Millionen-Investition habe die Firma, bei der vor zwei Jahren Christoph Stenger in dritter Generation in die Geschäftsführung eingetreten ist, „ein Ausrufezeichen für das Unternehmen gesetzt“, sagte OB Claus Kaminsky bei der gestrigen Feierstunde. Er lobte nicht nur die heutzutage eher seltene Familientradition der Firma, sondern hob auch hervor, dass Flexa ausschließlich am hiesigen Standort, mithin in Deutschland produziert. Das sei auch in dieser Branche beileibe keine Selbstverständlichkeit. 2017 feiert Flexa das 70-jährige Bestehen. Und in der Chefetage hat man bereits weitere Ausbaupläne. Markus Stenger: „Wir denken über den Bau eines Logistikzentrums nach.“

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