Rund 400 begeisterte Besucher bei den „Musical Moments“ im Amphitheater

Stimulanzien vom Broadway

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Den ersten Begeisterungssturm des Abends lösten bei der Musical-Revue im Amphitheater die Blues Brothers aus.

Hanau - Musical geht immer - selten jedoch in dieser Breite und Qualität. Zwei Stunden voller „Musical Moments“ genossen am Sonntagabend mehr als 400 Besucher im Amphitheater. Von Oliver Klemt 

Immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen, wirbelten acht Sänger, Tänzer und Schauspieler aus allen Ecken der Republik in bisweilen halsbrecherischem Tempo durch über 20 Broadway-Knüller. Tiefe Gefühle, charmante Geschichten und mitreißende Melodien hatte das Ensemble um Bühnenkünstler Espen Nowacki versprochen. Die Akteure hielten Wort und präsentierten ein Varieté voller Ohrwürmer, Welthits und Gipfelstürmer aus drei Jahrzehnten Musiktheater. Die bekanntesten Songs aus Kassenschlagern wie Elisabeth, Phantom der Oper und Tanz der Vampire hatten sie in Blöcke gepackt, unsterbliche Melodien aus Evita, Cats, Starlight Express oder der West Side Story streuten sie als Stimulanzien mit Wiedererkennungswert ein. Ein großes Ganzes wurde aus der unterhaltsamen Mixtur mit flotten Sprüchen, hintergründigen oder bewegenden Monologen und sehenswerten, bisweilen akrobatischen Tanzeinlagen.

Den Revue-Charakter der Show betonte schon der Einstieg mit „Willkommen, bienvenue, welcome“ aus dem Musical Cabaret. Mit Jeckyl und Hyde stießen die Tänzerinnen erstmals ins Publikum vor, das im Verlauf des Abends immer wieder einbezogen wurde - sei es als Opfer für schleichende Vampire, als Massenchor oder Geräuschkulisse. Mit der „Musik der Nacht“, „Denk an mich“ und dem Leitmotiv aus Phantom der Oper setzte das Ensemble das erste Glanzlicht und entfesselte sodann mit „Sweet Home Chicago“, „Shake your Tailfeather“ und „Everybody needs somebody“ von den Blues Brothers einen Begeisterungssturm. Dramatische Akzente setze in einer Trilogie aus Tanz der Vampire insbesondere Espen Nowacki mit seinem Solo „Unvorstellbare Gier“. Noch einmal abheben durfte das Auditorium dann mit den singenden Nonnen aus Sister Act und „O happy Day“.

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Mit Beginn des zweiten Konzertteils legte die Truppe noch einmal Tempo zu und feierte das 70-er-Jahre-Spektakel Grease mit einem rasanten Medley von „Summer Nights“ bis „The one that I want“. Die Stunde der Balladen schlug mit „Memory“ aus Cats, „Maria“ aus der West Side Story, bevor das Ensemble mit „Der letzte Tanz“, „Ich gehör nur mir“ und „Wenn ich tanzen will“ gefühlvoll in das Musical Elisabeth einstieg. Regelrecht zelebriert wurde das Queen-Epos We will rock you mit „We are the champions“ als vielstimmigem Schlusschor.

Längst in Tanzlaune, hießen die Zuhörer „Time of my life“ aus Dirty Dancing und den „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show mit Jubel willkommen. Mit einem weiteren Schnelldurchlauf, diesmal aus Ich war noch niemals in New York, blieb die Show auf der Nostalgie-Schiene. Den Evergreens von Udo Jürgens („Griechischer Wein“, „Ein ehrenwertes Haus“, „Mit 66 Jahren“ und „Aber bitte mit Sahne“) folgte die finale Abba-Show mit „Dancing Queen“, „Does your mother know“, „Thank you für the music“ und „Mamma Mia“ aus dem gleichnamigen Musical.

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