Förderverein und Kursleiter gehen auf Konfrontation zu Stadtplänen

Streit um Umzug der VHS spitzt sich zu

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Das bisherige Domizil der Hanauer Volkshochschule am Ulanenplatz ist nach Auffassung der Kursleiter und des Fördervereins wesentlich geeigneter für den VHS-Betrieb als das leerstehende Kanzleigebäude am Schlossplatz.

Hanau - Der Streit um den möglichen Umzug der Hanauer Volkshochschule von ihrem angemieteten Domizil am Ulanenplatz in das seit dem Auszug der Stadtbibliothek leerstehende alte Kanzleigebäude am Schlossplatz spitzt sich zu. Von Dirk Iding 

Nun hat sich auch der Förderverein der Volkshochschule gegen die Pläne der Stadt ausgesprochen und damit die Position der VHS-Kursleiter übernommen. Auch der Förderverein hält das Kanzleigebäude, das zusammen mit dem benachbarten ehemaligen Haus des Handwerks als mögliche neue Adresse der städtischen Bildungseinrichtung in Frage kommt, als für diese Zwecke ungeeignet. Der „Verein der Freunde und Förderer der VHS Hanau“ forderte gestern von Seiten der Stadt, in eine ergebnisoffene Diskussion einzusteigen. Vereinsvorsitzender Manfred Haas befürchtet, dass es bei der Stadt Hanau derzeit nur noch um die technischen Fragen eines Umzuges ins Kanzleigebäude geht und nicht mehr um die von den Kursleitern vorgebrachten Argumente.

Diese hatten nach einer Begehung des denkmalgeschützten Gebäudes am Schlossplatz dieses als ungeeignet für die Arbeit einer zukunftsorientierten Volkshochschule bezeichnet. Trotz einer größeren Gesamtfläche könnten im Kanzleigebäude nicht im ausreichenden Umfang Unterrichtsräume geschaffen werden. Selbst eine Einbeziehung des ehemaligen Hauses des Handwerks würde daran nichts ändern.

Der Vorstand des Fördervereins kam nach einer Besichtigung zu einer ähnlichen Einschätzung wie die Kursleiter. Gerade jetzt, wo die Volkshochschule mit ihren Deutschkursen einen wesentlichen Teil der Integration der in Hanau und Umgebung lebenden Flüchtlinge übernehme, platze der aktuelle Standort am Ulanenplatz schon aus allen Nähten. Das Gebot der Stunde sei daher nicht eine Reduzierung der Unterrichtsmöglichkeiten, sondern eher deren Ausbau, teilt der Förderverein diese Ansicht der Kursleiter.

Kritik übt der Förderverein auch daran, dass bislang keine seriösen Berechnungen über die Betriebskosten der Volkshochschule an ihrem möglichen neuen Standort bekannt seien. So könnte es zwar möglich sein, die notwendigen Investitionskosten für einen Umbau des Kanzleigebäudes und des ehemaligen Hauses des Handwerks durch die Einsparung der Miete für das jetzige VHS-Gebäude am Ulanenplatz, das einem privaten Investor gehört, zu finanzieren, aber ein wichtiges Entscheidungskriterium müssten auch die laufenden Kosten sein, die am neuen Standort von der Volkshochschule künftig jährlich aufzubringen wären. „Für die VHS muss kalkulierbar sein, welche finanziellen Aufwendungen durch diesen eventuellen Umzug von ihr zu tragen sind“, fordert der Förderverein.

Von Seiten der Stadt Hanau war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Zuletzt hatte Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle den Umzug der VHS an den Schlossplatz als die „wahrscheinlichste Variante“ für die Nutzung des Kanzleigebäudes bezeichnet, nachdem das Projekt „Bürder-Grimm-Kulturzentrum“ schon längst aufgegeben wurde und sich bis heute auch keine ebenfalls angedachte Hotelnutzung realisieren ließ.

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