Migranten absolvieren Praktika im Wohnstift Hanau

Talente für die Altenhilfe?

Hanau - „Talente Kompass Altenhilfe“, so lautet der etwas sperrige Titel eines neuen Projekts, das Flüchtlinge an die Altenpflegeberufe heranführen möchte. Die ersten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden jetzt im Hanauer Wohnstift begrüßt.

Zehn junge Migranten absolvieren derzeit ein Praktikum im Wohnstift Hanau. Sie können in das Berufsfeld der Altenhilfe hineinschnuppern, gleichzeitig werden ihre Kompetenzen geprüft.

Beim „Talente Kompass Altenhilfe“ handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des Jobcenters des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) und der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, dem größten kommunalen Träger von Altenhilfeeinrichtungen in Hessen. Dessen Institut für Aus- und Fortbildung ermöglicht derzeit zehn jungen Migrantinnen und Migranten ein mehrtägiges Praktikum, um das Berufsfeld Altenhilfe kennenzulernen. Die Teilnehmer an dem Projekt, fünf Frauen und fünf Männer, die vom Kommunalen Center für Arbeit betreut werden, hatten im Vorfeld Interesse für Altenhilfeberufe bekundet, verfügen alle über „gewisse“ Deutschkenntnisse und zeichnen sich besonders durch Kontaktfreudigkeit, Empathie, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit aus.

Im Wohnstift Hanau wurden sie begrüßt von der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD), die zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzende der Alten- und Pflegezentren im Main-Kinzig-Kreis und Verwaltungsratsvorsitzende des KCA ist, und dem Einrichtungsleiter Uwe Brömmer. Simmler erläuterte, dass den jungen Migrantinnen und Migranten zunächst in einer mehrtägigen Praxisphase die verschiedenen Berufsbilder in der Alltagsbegleitung, der sozialen Betreuung und der Pflege näher gebracht werden. Dabei begleiten die Praktikantinnen und Praktikanten Fachkräfte und Betreuer bei ihrer alltäglichen Arbeit. In den Wohnbereichen nehmen sie unter anderem an der Essensausgabe teil.

Doch es geht in dem Projekt nicht allein ums „Hineinschnuppern“ in die Altenhilfe. Gleichzeitig werden auch die Kompetenzen der Praktikanten überprüft und bewertet, wobei ein besonderes Augenmerk auf die sprachlichen Fähigkeiten der Teilnehmer gelegt wird. Dabei stellte sich schon in den ersten Tagen des Projekts heraus, dass die meisten Teilnehmer die deutsche Sprache besser verstehen als sprechen.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Die Bewertung der Kompetenz der Projektteilnehmer erfolgt täglich durch den jeweiligen Mentor des Praktikanten. Im Wohnstift Hanau sind dies die Pflegedienstleiterin Stephanie Kaprol und ihre Kolleginnen Milica Vlavoki, Marina Thiel und Yvonne Menge, die auch die Federführung für dieses Projekt haben.

Nach Abschluss des Praktikums wird für jeden Teilnehmer ein so genanntes Kompetenzportfolio für das Berufsfeld Altenhilfe erstellt. Das soll dann zur weiteren Arbeitsvermittlung durch das Kommunale Center für Arbeit dienen. Nach Auffassung der Kreisbeigeordneten Simmler stellt das Projekt auf der einen Seite eine echte kommunale Integrationshilfe dar, auf der anderen Seite biete es für die Alten- und Pflegezentren die Möglichkeit, Nachwuchs zu akquirieren, was sehr wichtig sei, da gerade in der Altenhilfe der Fachkräftebedarf sehr groß sei. Vor diesem Hintergrund ist ein zweites Projekt „Talente Kompass Altenhilfe“ bereits geplant. Es findet mit zehn Migranten im Altenzentrum Rodenbach statt. (did)

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