Trauerfeier für früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger

„Hans Martin war ein Glück für Hanau“

+
In der Hanauer Marienkirche fand gestern die Trauerfeier für den ehemaligen Hanauer Oberbürgermeister und Ehrenbürger Hans Martin statt.

Hanau - Mit einer Trauerfeier in der Marienkirche hat die Stadt Hanau gestern Abschied genommen von ihrem früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger Hans Martin, der am 31. Juli im Alter von 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb. Von Dirk Iding

Im Beisein von Hans Martins Witwe Marga würdigten Propst Bernd Böttner, Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der frühere Hanauer SPD-Vorsitzende, Hans Heimerl, den Verstorbenen als außergewöhnlichen und von allen Seiten hoch geachteten Menschen. Die Bänke in der Marienkirche am Deutschen Goldschmiedehaus reichen nicht aus, um der gesamten Trauergemeinde Platz zu bieten, als Glockengeläut und der Choral „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate 147 von Johann Sebastian Bach die Trauerfeier einleiten. Im Chor steht ein schlichter Holzsarg, darauf ein üppiges Bukett roter Rosen mit weißer Schleife: „In Liebe, Deine Marga.“ Daneben wird ein Schwarz-Weiß-Porträt Martins aus seiner Zeit als Hanauer Oberbürgermeister gesäumt von Kränzen der Stadt Hanau, der SPD und der Vereinigten Martin-Luther- und Alt Hanauer Hospital-Stiftung, in deren Vorstand Martin rund vier Jahrzehnte lang tätig war.

Propst Bernd Böttner wandte sich in seiner Ansprache mit einfühlsamen Worten vor allem an Hans Martins Witwe Marga. Gut 55 Jahre waren die beiden verheiratet. „Wir waren füreinander da“, habe sie ihm im Trauergespräch berichtet. Umso schmerzlicher sei nun der Verlust. „Doch erfahrene Liebe stirbt nie, sie ist und bleibt lebendig“, versuchte Böttner, Trost zu spenden.

Lesen Sie dazu im Archiv:

Hanau trauert um Hans Martin

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, die Nachricht vom Tod Hans Martins habe in Hanau, aber auch über die Grenzen der Brüder-Grimm-Stadt hinaus, Trauer ausgelöst. Man nehme nun Abschied „von einem außergewöhnlichen Menschen, einem angesehenen Politiker, einem vorbildlichen Demokraten und einem überaus beliebten langjährigen Oberbürgermeister“, so Kaminsky. „Hans Martin war angesehen, beliebt und populär. Aber er war, weiß Gott, kein Populist“, berichtete Kaminsky von einem seiner letzten Gespräche mit dem früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger. Darin habe dieser gemahnt, dass man sich im Sinne unserer Demokratie darum bemühen müsse, Menschen zusammenzubringen – auch wenn es diejenigen, die Menschen mit einfachen Parolen auseinander trieben, leichter hätten.

Viele Besucher des Trauergottesdienstes nutzten die Gelegenheit, sich ins Kondolenzbuch einzutragen.

Kaminsky würdigte seinen Vor-Vorgänger im Amt als „Glück für unsere Stadt“. Martins Beliebtheit sei nicht allein durch die vielen Projekte zu erklären, die mit seinem Namen verbunden blieben, sondern vor allem darin, dass er als Oberbürgermeister eine persönliche Haltung der Bescheidenheit, der Redlichkeit und des Pflichtbewusstseins eingenommen habe. Kaminsky: „Hans Martin war deshalb für viele Menschen – gerade in unserer Stadt – Träger der Hoffnung darauf, dass Politik sehr wohl integer, wertebewusst und verantwortlich ausgeübt werden kann.“ Mit dem früheren Hanauer SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Hans Heimerl würdigte auch der wohl älteste politische Weggefährte Hans Martins die Verdienste des Verstorbenen, insbesondere auch die für die Hanauer Sozialdemokratie. Martin, der nie ein Geheimnis aus seiner politischen Heiomat gemacht habe, gehörte 64 Jahre lang der SPD an. „Die Werte der Sozialdemokratie waren ihm ein Kompass für sein Leben“, erklärte Heimerl.

Es war der heute 86 Jahre alte Hans Heimerl, der im Frühjahr 1966 seinen Hanauer Genossen den damals in der Frankfurter Stadtverwaltung als Magistratsdirektor tätigen Juristen Hans Martin für das Amt des Hanauer Bürgermeisters vorgeschlagen hatte. Sein großes fachliches Wissen, sein Respekt vor der Aufgabe und seine enorme soziale Kompetenz hätten Hans Martin in den Folgejahren zu einem großartigen Oberbürgermeister werden lassen, dem die Stadt, aber insbesondere auch die Hanauer Sozialdemokratie viel zu verdanken hätten. Martin werde für die Hanauer SPD immer ein Vorbild bleiben, so Heimerl.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Kommentare