Eugen-Kaiser-Schüler ließen ihrer Kreativität freien Lauf

Tunnel-Kunst im Kinzdorf

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Es ist vollbracht: Drei Jahre dauerte das Schulprojekt zur Verschönerung des Kinzdorf-Tunnels. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Eugen-Kaiser-Schule waren daran insgesamt beteiligt. Ihnen sprach Stadtrat Andreas Kowol großes Lob aus. 

Hanau - Drei Jahre dauerte das Projekt insgesamt, nun ist es fertiggestellt: Der Kinzdorf-Tunnel zwischen Steinheimer Tor und Westbahnhofstraße wurde saniert und künstlerisch neu gestaltet. Schülerinnen und Schüler der Eugen-Kaiser-Berufsschule konnten dabei ihre Kreativität beweisen.

Rund 150 Schülerinnen und Schüler aus Berufsfachschul- und Fachoberschulklassen der Eugen-Kaiser-Schule waren insgesamt an dem Kunstprojekt beteiligt, das Innenstadt-Ortsvorsteher Wolfgang Walter angeregt hatte und das vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) in Auftrag gegeben worden war. Etwa 550 Quadratmeter ehemals triste Wandfläche wurden fantasievoll und durchaus mit künstlerischen Anspruch bemalt. Eine „tolle Idee“ sei das gewesen, stellte Stadtrat Andreas Kowol (Grüne) anlässlich der Fertigstellung der Arbeiten fest. Und er bescheinigte den Schülerinnen und Schülern: „Ihr habt hier Kunst gemacht, Graffiti-Schmierereien sind dagegen eine Sachbeschädigung.“

Eine Mona Lisa mit Handy, der Fingerzeig aus Michelangelos „Erschaffung Adams“ in moderner Version - solche Motive frei nach dem Geschmack der jungen Kunstschaffenden zieren bereits seit Mitte 2015 den Fußgängertunnel (wir berichteten). Trotz Graffiti-Schutz beklagten Angela Seelmann, Cäcilia Gernand, Annettte Ohl, Tina Wichert, Tina Brendel und Christoph Wegner, die als Lehrkräfte das Projekt leiteten, immer wieder Schmierereien an den neu gestalteten Wänden. Damit diese möglichst schnell wieder entfernt werden, schauen Schüler und Lehrer regelmäßig nach dem Rechten. Kowol rief die Berufsschüler dazu auf, „auch in der eigenen Community darauf hinzuwirken, dass dort nicht gesprüht wird“. Denn es seien Kunstwerke entstanden, „die ein paar Jahre halten sollen.“

Nachdem der Eigenbetrieb Wände und Wegefläche zunächst im Tunnel hatte sanieren lassen und danach die Schüler dort malend ans Werk gingen, folgten in den letzten Wochen die Arbeiten an den Zu- und Abgängen. Doch kaum waren die Sanierungsarbeiten im vorigen Mai beendet, beklagte HIS dort schon wieder Schmierereien an den Wänden. Dank der Eugen-Kaiser-Schülerinnen und -Schüler ist der Anblick nun wieder ein anderer – und alle hoffen, dass dies auch so bleibt.

Das Schulprojekt begann 2014 mit dem Aufmaß durch die Bau- und Berufsfachschulklassen. Daraus entstand eine Vorlage für die künftige Bemalung. Die Motive haben die Schüler im übrigen frei gewählt, sie sollen möglichst alle Altersgruppen ansprechen und erheitern. Im Tunnel arbeiteten die Berufsschüler über insgesamt fünf Wochen, teils mit Projektoren, um das im Unterricht Erdachte maßstabsgerecht auf die Wand zu bringen. An den Wänden der Zugänge war das in den letzten Wochen wegen des Tageslichts so nicht möglich, deshalb haben sich die Schüler hier für abstrahierte Motive entschieden.

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Gestaltungslehrerin Angela Seelmann bedankte sich bei HIS für den Bauwagen, den der Eigenbetrieb als Materiallager und Aufenthaltsraum zur Verfügung gestellt hatte. Auch für Absperrbaken während der Bemal-Aktion war gesorgt, ebenso für Strom- und Wasserzufuhr.

Betriebsleiter Markus Henrich sagte, insgesamt habe HIS 120.000 Euro für die Sanierung und Verschönerung des Kinzdorf-Tunnels ausgegeben. Dazu gehört neben den Arbeiten an Beton und Asphalt in der 60 Meter langen Unterführung eine neue LED-Beleuchtung. Allein 10.000 Euro flossen in das Anbringen eines stabilen Zauns am Gehweg zwischen Straße und Bahnschienen. (did)

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