TV-Sender sucht Kandidaten mit verpfuschten Tattoos

Neue Kunstwerke aus alten Schandflecken

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Die Tattoo-Experten der TV-Sendung „Horror-Tattoos“ inspizierten die Tätowierungen von 134 Bewerbern, die am Casting im Congress-Park teilnahmen, und auf ein „Cover up“ hoffen.

Hanau - Ist die Entscheidung, sich ein Tattoo stechen zu lassen gefallen, ist es schwierig, sie wieder rückgängig zu machen. Einige Menschen bedauern ihre Wahl oder sind mit der künstlerischen Umsetzung nicht zufrieden.

Besonders schaurige Tattoos wurden am Samstag beim Casting zu der zweiten Staffel der Sendung „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut“ des Fernsehsenders „Sixx“ im Congress Park Hanau gesucht. Von den 134 Bewerbern, die bereits um acht Uhr in der Frühe auch von weit her angereist waren, kamen indes am Ende nach mehreren Durchgängen nur drei in den Genuss einer professionellen Überarbeitung der verpfuschten Tätowierung. Es ist noch früh am Morgen, aber die Stimmung im CPH ist gut. Castingbewerber und ihre Begleiter bevölkern das Foyer des CPH, die Menschentraube setzt sich über die Treppe bis in den ersten Stock fort. Lautstarker Jubel zur Begrüßung ist für die Kameras angesagt, die alles für die Sendung einfangen, auch den Einmarsch der professionellen Tätowierer Nancy, Mick und Randy.

„Cover up“ nennt sich das Verfahren, bei dem die Profis aus verpfuschten Tätowierungen schließlich doch noch mit der Nadel kleine Kunstwerke schaffen. Zwei Tattoomeister führen die Begutachtung der Tätowierungen durch, und die fällt nicht immer im Sinne der geplagten Tattooträger aus. Da heißt es dann auch schon mal, dass die Tätowierung eigentlich handwerklich nicht schlecht ist. Und dass sie nicht mehr gefällt, ist kein Grund dafür, auf die Treppe nach oben geschickt zu werden. Dahin dürfen alle, die in der nächsten Runde noch einmal die Chance haben. Das sind dann nur noch 60. Und bis spät in die Nacht hinein schrumpft der Kreis der Auserwählten immer weiter, bis eben nur noch drei Teilnehmer übrig sind, denen sich die Tattooprofis dann widmen können. Einen Tag später, am Sonntag, ebenfalls im CPH – vor laufender Kamera.

Denn, so sagt Norbert Güldenpfennig, der für den Fernsehsender das Format erfunden hat, „das Tattoo ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Der eingestochene Körperschmuck schaffe im Fernsehen beachtliche Quoten, wie die erste Staffel im vergangenen Jahr bewiesen habe.

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Doch es sind nicht nur die Tattoos, die von Interesse sind, sagt Güldenpfennig. Es sind vor allem auch die Geschichten, die hinter deren Entstehungen stecken. Die, so Güldenpfennig, sind zum Teil witzig. Wenn beispielsweise Jugendliche eine Art „Tattoo-Wichteln“ mit eigenen Entwürfen inszenieren und umsetzen würden. Da geht in der Regel so manches in die Hose. Aber auch tragische Geschichten ranken sich um Horror-Tattoos, die beispielsweise unter Einfluss von K.O.- Tropfen zugefügt worden seien. Und wer meint, seine Tattoo-Utensilien aus dem Katalog zu bestellen und selbst Hand anzulegen, der landet recht oft auch bei den Castingshows. Die nächste Staffel der Sendung wird ab dem 2. März auf „Sixx“ ausgestrahlt. (dk)

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