Überflutete Straßen und Keller in Mittelbuchen

Der Schlamm ist noch geblieben

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Den Keller der Mehrzweckhalle hat es schwer erwischt. Einen halben Meter hoch stand hier am Sonntag das Wasser. Städtische Mitarbeiter sind derzeit im Einsatz, um die Räume von den Schlammrückständen zu befreien.   - Foto: Hombach

Mittelbuchen - „Wenn man erlebt, wie verzweifelt die Leute sind, das ist schrecklich“. Auch einen Tag nachdem ein Starkregen in Mittelbuchen Straßen und Keller unter Wasser gesetzt hat, steht Ortsvorsteher Arnold Hofacker unter dem Eindruck der Ereignisse. Von Laura Hombach

160 Einsatzkräfte von Feuerwehren, DLRG und DRK waren bis in den späten Sonntagabend vor Ort, um Straßen und Keller leerzupumpen. Am Tag danach haben Mitarbeiter der Stadt die Regie übernommen. Durch die Straßen kurven Reinigungsfahrzeuge, um die Schlammrückstände zu beseitigen. Auf den Hauptverkehrsstraßen lässt zur Mittagszeit kaum noch etwas darauf schließen, was sich hier keine 24 Stunden vorher ereignet hat. Innerhalb von Minuten seien die Wassermassen in den Ort gelaufen, so Hofacker. Das Wasser kam von den Feldern, der Kilianstädter Straße, die Überflutungsgräben entlang der Straßen und die Kanalisation waren völlig überfordert. „Teilweise ist mir das Wasser sogar in die Gummistiefel gelaufen“, sagt der Ortsvorsteher, der in der Nachbarschaft mit anpackte. Genauso wie viele andere Mittelbuchener. „Es war schön zu sehen, wie gut die Nachbarschaftshilfe funktioniert.“

„Auch für die Hilfe der Rettungskräfte sind wir unendlich dankbar“, betont er. Natürlich habe auch er zuletzt die Berichte aus Überschwemmungsgebieten mit Anteilnahme verfolgt. „Aber wenn man es dann am eigenen Leib erfährt, ist es doch noch einmal ganz anders...“

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In Mittelbuchen wird es wohl einige Wochen dauern, bis in den überfluteten Kellern wieder Sauberkeit eingekehrt ist. Auch in der Mehrzweckhalle, in deren Keller das Wasser laut einem Helfer einen halben Meter hoch stand, dauert die Reinigung an. Neben städtischen Mitarbeitern, die mit Wasserstrahl und Industriesaugern Schlammreste beseitigen, packt am Montag auch Maria Garcia mit an „Ich bin Mitglied im Turnverein, der seine Sachen hier eingelagert hat. Ich musste einfach helfen. Die Männer können doch nicht arbeiten, wenn das ganze Zeug da rumsteht.“ Neben dem TV haben auch andere Vereine aus dem Ort ihr Material in der Mehrzweckhalle eingelagert, vieles davon wird wahrscheinlich nicht zu retten sein. „Am schlimmsten hat es wohl den Carnevalverein getroffen“, sagt Hofacker. Welchen Schaden der Starkregen in Mittelbuchen insgesamt angerichtet hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

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