„Jetzt bin ich angekommen“

Ullrich Mänz ist neuer DJK-Kerbborsch

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Ullrich Mänz (mit roter Schleife) wurde in Steinheim als 44. DJK-Kerbborsch gekürt. 25-Jährigen Kerbborsche-Jubiläum feierte Matthias Emser (Dritter von links).

Steinheim - „Hier steht er nun, der 44. DJK-Kerbborsch“, präsentierte der Steinheimer Pfarrer Lukasz Szafera am Samstagabend Ullrich Mänz als neues Mitglied der Kerbborsche-Gilde in der DJK Eintracht. Von Holger Hackendahl 

Wenige Momente zuvor waren die altgedienten Borschen in den überdachten Kerbhof an der Ludwigstraße einmarschiert, angeführt vom 43. Kerbborsch Patrick Gramann, der mit einer Glocke die einjährige Amtszeit seines Nachfolgers einläutete. In der Mitte der in grün-weißer Hessentracht gewandeten Herrenriege stand der Neue, erkennbar an der roten Schleife. Mit Ullrich Mänz haben die DJKler einen gebürtigen Nordhessen in ihre Reihen aufgenommen. Der 58-jährige Systemberater, der als Kind mit seinen Eltern nach Hanau zog, lernte 1978 ein echtes Staanemer Mädsche kennen. Nach der Heirat mit seiner Kerstin erblickten mittlerweile drei Kinder das Licht der Welt.

„Er nahm in den 70er Jahren an einer Demonstration gegen die Einführung von Computern am Arbeitsplatz teil - und könnte heute ohne diese aber nicht mehr arbeiten“, präsentierte Pfarrer Szafera eine Anekdote aus dem Leben des neuen Würdenträgers. „Unzuverlässigkeit und Zuspätkommen verabscheut er, damit ist er in der Riege der Kerbborsche bestimmt herzlich willkommen und gerne gesehen.“ Durch das Umhängen der grün-weißen Schärpe und der der Überreichung der Kerbmedaille mit dem Signum „44. DJK-Kerbborsch“ wurde Ullrich Mänz dann offiziell und unter Applaus der vielen Kerbgäste in die grün-weiße Gilde aufgenommen.

„Ich wohne seit 35 Jahren hier in Steinheim, jetzt bin ich hier richtig angekommen“, richtete Mänz erste Worte an das Kerbvolk. Eine besondere Ehre wurde auch dem DJK-Kerbborsch Matthias Emser zuteil, der sein 25-jähriges Kerbborsch-Jubiläum feierte. Kerbborsche-Sprecher Matthias Gramann überreichte dem Jubilar einen Steingut-Bembel mit Gravur und eine gerahmte Urkunde. Und Kerbborsch Gerd Schaffner überbrachte einen Blumenstrauß an Gudrun Emser. „Der Dämmerschoppen zum Kerbauftakt am Freitagabend, bei dem Jörg Sanders & Friends mit Pop und Rock überzeugten, war sehr gut besucht“, bilanzierte Kerbborsche-Sprecher Reiner Bohländer. „Mister Music“ sorgte dann beim Kürungsabend am Samstag für die musikalische Umrahmung und stimmte neben Schlagern auch die Kerbborsche-Hymne an.

Mit einem Hochamt zur Kirchweih und zu Ehren der verstorbenen Kerbborsche wurde in der Steinheimer Nikolaus-Kirche der gestrige Kerbtag eröffnet. Nach dem Frühschoppen, der musikalisch von „Schmidtchen Schleicher“ untermalt wurde, wurde ein delikater Kerbbratenschmaus serviert. Die beliebte Tombola mit Preisen wie einem Fernseher und zwei Fahrrädern beendete gestern Abend das dreitägige Kerbtreiben der DJK.

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