Umicore und Evonik geben Einblicke

Saubere Mobilität kann auch sexy sein

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So sexy kann umweltfreundlich sein: Bei der Einladung, den von Evonik gestylten, elektrobetriebenen Lotus zu erkunden, ließen sich die Gäste nicht zweimal bitten.

Hanau - Sportlich, schnittig und mit 180 Pferdestärken unter der Haube trat er den Beweis an, wie sexy saubere Mobilität sein kann. Von Laura Hombach

Und es funktionierte, die ausschließlich männlichen Gäste ließen sich nicht zweimal bitten, als sie zur Erkundung des elektrobetriebenen Lotus eingeladen wurden. Hanaus Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) saß gleich einmal im trendig gestylten Schalensitz hinterm Lenkrad Probe. Die Unternehmen Umicore und Evonik hatten gestern im Rahmen der „Woche der Industrie“ Vertreter der Stadt Hanau, der IHK, der Wirtschaftsförderung, des Betriebsrats und der Gewerkschaft auf ihr Firmengelände im Industriepark Wolfgang eingeladen. Mit 1000 (Umicore) beziehungsweise 3500 (Evonik) Beschäftigten ist der Industriepark Wolfgang für beide international agierenden Unternehmen einer ihrer größten Forschungs- und Anwendungsstandorte.

Die gemeinsame Einladung bot sich an, denn neben dem Standort haben beide Unternehmen auch ein Schwerpunktthema gemein: Die „Saubere Mobilität“. Viele der Innovationen, die von den Unternehmen entwickelt wurden, sind heute schon in den Fahrzeugen zu finden. So zählt Umicore zu den drei weltweit führenden Unternehmen für Autoabgaskatalysatoren und ist zugleich führender Zulieferer von Schlüsselmaterialien für wiederaufladbare Batterien wie sie etwa in Elektroautos zum Einsatz kommen.

Sucht man am Fahrzeug nach dem Beitrag, den Evonik zu dessen Umweltfreundlichkeit leistet, so muss man den Blick weit schweifen lassen: Von der Innenausstattung über die Karosserie in Leichtbauweise, die Verglasung von Scheiben und Lichtern mit Plexiglas, Motoren- und Getriebeöle bis hin zu den Reifen leistet das Unternehmen seinen Beitrag zur sauberen Mobilität.

So etwa auch mit dem „grünen“ Reifen. Der ist zwar genauso schwarz wie jeder andere auch, wird aber durch die Beimischung von Kieselsäure (Silica) zu einem echten Umweltfreund. Durch die innovative Materialienkombination werde der Rollwiderstand des Reifens reduziert, was am Ende zu rund acht Prozent an Energieeinsparung führe, hieß es. Und neben den Vorteilen für die Umwelt bringe der grüne Reifen auch ein bessere Haftung auf nassen und winterkalten Straßen sowie einen kürzeren Bremsweg mit sich, erläuterte Evonik-Mitarbeiter Dr. Dirk Schön beim Rundgang über das Gelände.

Dass bei aller Umweltfreundlichkeit das Design nicht zu kurz kommen muss, dafür lieferte wohl der Evonik-Vorzeige-Lotus den besten Beweis. Doch trotz Schnittigkeit und Pferdestärken teilt er eine große Schwäche mit den kleinen Elektro-Smarts, die gleich nebenan standen: Die Reichweite der Elektrobatterie langt gerade einmal für 150 Kilometer, dann muss die Batterie in einem langwierigen Ladeprozess mit neuer Energie versorgt werden. Und auch wenn es sich Umicore und Evonik auf die Fahnen geschrieben haben, mittels Innovationen auch die Attraktivität des Elektroautos weiter zu steigern, so sind sich die Fachleute in Sachen Innovation doch sicher, dass die eigentliche Zukunft der sauberen Mobilität Brennstoffzelle heißt. „Die Brennstoffzelle ist nur politisch noch nicht angekommen“, so der Standortleiter von Evonik Hanau, Bernd Vendt.

Sollte es indes in nicht allzu ferner Zukunft soweit sein, dass die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle serienmäßig zum Einsatz kommt, wird wohl in vielen dieser Fahrzeuge ein Umicore-Herz schlagen, denn das Unternehmen arbeitet intensiv an der Entwicklung des für die Brennstoffzellen nötigen Katalysators, wobei den Entwicklern die Erfahrung im Bereich der Autoabgaskatalysatoren zugute kommt. Probleme bereitet den Entwicklern dabei nicht das Produkt an sich, sondern dass momentan noch zu viel Platin für die Produktion benötigt wird, um eine serienmäßige Anwendung möglich zu machen. Deshalb arbeitet Umicore an einem Verfahren, um das Platin möglichst fein zu machen und es möglichst gleichmäßig auf dem Katalysator zu verteilen. Zielsetzung dabei ist, dass hier nicht mehr Edelmetall eingesetzt werden muss, wie beim Autoabgaskatalysator auch. „Wir sind weltweit eine von drei Firmen, die das überhaupt können“, erklärte Dr. Gerald Jeske beim Stopp im Umicore-Forschungslabor. Bei der Materialbeschaffung kann Umicore dabei auch gleich behilflich sein, denn das Unternehmen gehört weltweit zur Führungsriege der Recyclingunternehmen für Edelmetalle und leistet auch hier einen Beitrag zum umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen.

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