Die Volkshochschule Hanau begeht in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag

Vor Kursbeginn wird gefeiert

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Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (links), der ehemalige VHS-Leiter Fritz Reichert (Zweiter von links), Student Simon Scholz und VHS-Leiterin Elke Hohmann mit den neuen Programmheften.

Hanau - Das Herbstsemester der Hanauer Volkshochschule beginnt am 19. September, aber bereits am 17. September wird im Haus der Volkshochschule und in der Dependance der Tümpelgartenschule am Ulanenplatz an der Lamboystraße groß gefeiert. Von Dieter Kögel 

Denn die Hanauer VHS wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. „Miteinander, Füreinander, Voneinander“ ist denn auch das Motto, das seit Gründung der Volkshochschule, die 1946 unter Trägerschaft des „Vereins für Volksbildung und Demokratie“ ihre Tätigkeit aufnehmen konnte, bis heute Gültigkeit hat. Das Motto stammt schließlich auch aus der Jetzt-Zeit, wurde ebenso wie das Titelbild des Programmhefts von Simon Scholz, Student im Studiengang Designmanagment an der Brüder-Grimm-Berufsakademie in Hanau, entwickelt und umgesetzt.

Luftballons steigen auf dem Bild in den Himmel, hunderte Hände recken sich am unteren Bildrand empor, durch die Bildmitte zieht sich das stilisierte Abbild des VHS-Gebäudes am Ulanenplatz. Fritz Reichert, Leiter der Hanauer VHS von 1977 bis 1994, gab bei der Programmvorstellung seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieses Bild auch noch lange Zeit Bestand haben möge, und spielte damit auf die Überlegungen an, die VHS vom Ulanenplatz ins Kanzleigebäude am Schlossplatz zu verlegen. Eine erste grobe Voruntersuchung habe ergeben, so Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD), dass dies „machbar ist“. Aber erst die Ergebnisse eingehenderer Studien des Gebäudes könnten zu einer Entscheidung über den Umzug führen. Bis auf weiteres bleibt also der Status quo erhalten. Und ein Umzug kommt für den Schuldezernenten ohnehin nicht in Frage, wenn sich dadurch die räumliche Situation der Volkshochschule verschlechtern würde.

Also startet das Semester am 19. September wie gewohnt. Rund 650 Kurse werden im neuen Semesterprogramm angeboten, zirka 280 Lehrkräfte stehen der VHS für die insgesamt anvisierten 19 500 Unterrichtsstunden zur Verfügung, so VHS-Leiterin Elke Hohmann. Mit 221 Kursen zum Thema Sprache und Verständigung nimmt der Bereich der Integrations- und Deutschkurse dabei den größten Anteil ein. Trotz ausgeweitetem Angebot - es gibt Wartelisten, sagt Uwe Hansen, Fachbereichsleiter für Deutsch, Gesellschaft, Kultur und Schulabschlüsse. Bis Oktober oder November müssten Lernwillige derzeit auf die Kursteilnahme warten. Nicht in erster Linie ein Problem der verfügbaren Dozenten, eher das Problem mangelnder Unterrichtsräume. Axel Weiss-Thiel: „Wir sind da an unserer Kapazitätsgrenze.“

Die Volkshochschule hat sich laut Weiss-Thiel in ihrer 70-jährigen Geschichte dennoch „eine Spitzenposition in der Erwachsenenbildung in der Stadt erarbeitet“. Auch und vor allem, weil sie flexibel auf die Bedürfnisse der Gesellschaft eingehe und sich so zu einer Institution entwickelt habe, „die sehr viele Menschen erreicht,“ sagt Hohmann.

Aus drei Dutzend angebotenen Vorträgen und Kursen im Herbst 1947 sind über 1000 Kurse und Einzelveranstaltungen mit mehr als 10 000 Teilnehmern im Jahr 2015 geworden. Und auch die im Vergleich zum Gesamtalter der VHS noch recht frischen Angebote wie „junge vhs“ und „Jugendkunstschule“ mit 72 Kursen im neuen Semester seien stets gut gefragt.

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