Vorfreude auf Nachwuchs war verfrüht

Klein-Auheimer Wölfe: Leider nur scheinschwanger

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„Business as usual“ im Klein-Auheimer Wolfsgehege. Nach der Scheinschwangerschaft von Wölfin Monja geht dort nun wieder alles seinen gewohnten Gang.

Klein-Auheim - Auch Wölfe können scheinschwanger sein. Diese Erfahrung machte jetzt die Wildparkcrew in der Alten Fasanerie, die vergeblich auf Nachwuchs bei den Wölfen hoffte, nachdem die Tundrawölfe Inuq und Monja im Februar beim eindeutigen Liebesspiel zu beobachten waren. „Vom Deckakt wurden sogar Fotos gemacht“, erzählt Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel. Von Holger Hackendahl 

Alle im Team hätten mit einer erfolgreichen Schwangerschaft gerechnet, zumal Wölfin Monja zum Ende ihrer vermeintlichen Tragzeit auch noch ihre Milchleiste von den Haaren freilegte. „Und Anfang Mai hat Moja sogar Milch produziert, allerdings nur in kleinen Mengen“, berichtet Dr. Ebel. Doch als sich Mitte Mai noch immer kein Nachwuchs eingestellt hatte, wurde der erfahrenen Biologin klar, „dass es sich bei der Wölfin höchstwahrscheinlich um eine Scheinschwangerschaft gehandelt haben muss“. Offenbar ist Monjas Hormonhaushalt ordentlich durcheinander geraten. „Durch den Anstieg des Hormons Prolaktin wächst das Drüsengewebe und es regt die Milchbildung an“, erläutert Dr. Ebel.

Eine Scheinschwangerschaft könne dann vorkommen, wenn nach der Läufigkeit der Körper weniger Gelbkörperhormon produziert und dadurch die Prolaktin-Konzentration ansteige. Je größer das Missverhältnis zwischen Gelbkörberhormon und Prolaktin, umso wahrscheinlicher komme es zu einer solchen Scheinschwangerschaft. Doch mittlerweile habe sich die Lage im Wolfsrudel wieder beruhigt. „Dort herrscht nun wieder business as usual!“, hat Dr. Ebel festgestellt.

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Während es bei den Wölfen also keinen Kindersegen gab, gibt es im Mufflongehege einen Nachzügler. Dort wurde am 2. Juni das jüngste Lamm geboren – das ist ungewöhnlich spät, denn die übrigen neun Mufflon-Lämmer kamen bereits um die Osterzeit zur Welt. Inzwischen wurde auch der in diesem Frühjahr einzige Jungstorch beringt, der im Horst der Fasanerie zur Welt kam. „Dort brütete das gleiche Storchenpaar, das schon im vergangenen Jahr den Brutplatz in Anspruch genommen hatte und erfolgreich brütete“, weiß Ebel. Der sechs Wochen alte Fasanerie-Storch wurde von einem Storchenschützer der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit dem „Ring Nummer DEW 5 T 586“ bestückt. Daran wird man ihn Zeit seines hoffentlich langen Storchenlebens erkennen können.

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