Botschaften aus dem Funkloch

Youtube-Zwillinge „Die Lochis“ im Exklusiv-Interview

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Jungstars vor Oldtimer: Heiko und Roman Lochmann, besser bekannt als „Die Lochis“, haben im Tourbus Probleme mit dem Empfang.

Offenbach - Die Zwillinge Heiko und Roman Lochmann sind als „Die Lochis“ zu Youtube-Stars geworden. Jetzt haben sie ihr erstes Album veröffentlicht und sind auf Tournee. Im Interview verraten sie, wie es ist, plötzlich bekannt zu sein. Besser gesagt, sie versuchen es. Denn die Handyverbindung bereitet einige Probleme. Von Sadaf Sharaf

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Das Telefon klingelt. „Die Lochis“ rufen an – einige Minuten früher als verabredet. Im Lautsprecher rauscht es ohrenbetäubend, nur wenige Wortfetzen dringen durch. Die Zwillinge sind gerade in ihrem Tourbus auf dem Weg nach Berlin. Wer von den beiden spricht, ist nicht zu sagen. Die Stimmen klingen zu identisch. „Zitier’ einfach, wen du willst. Das ist eigentlich völlig egal“, geben die Zwillinge ganz locker durch. Das Telefoninterview mit den „Lochis“ lief dann aber doch anders als erwartet.

Einer Eurer ersten Clips war die Parodie vom Bruno-Mars-Hit „It Will Rain“. Wie kamt Ihr auf die Idee, so ein Video aufzunehmen?

Wir haben ja schon immer Musik gemacht... (Knacken, Rauschen, Wortfetzen und der Satz „Uns war langweilig“ sind zu hören) ... Wir waren musikalisch immer sehr aktiv und haben schon im Kindergarten Musik gemacht.

Was war das für ein Gefühl, auf einmal Tausende Klicks zu bekommen?

Naja, das war nie so, dass wir von einem auf den anderen Tag Millionen von Klicks hatten. Es wurden nach und nach mehr. Wir haben uns mit der Zeit daran gewöhnt. Es ist natürlich cool, weil es uns motiviert, wenn wir sehen, dass den Leuten unsere Sachen gefallen. 

Wie findet Ihr es, von den weiblichen Fans angehimmelt zu werden?

Klar, also es ist immer schön, wenn man seine Fans auch im realen Leben trifft ... (Rauschen – die Worte bleiben in der Leitung stecken, irgendwo auf dem Weg nach Berlin)

Andere Künstler würden Liebeslieder für Mädchen schreiben. In Eurem Song „Wie ich“ geht es aber um die Beziehung zwischen Euch beiden ... 

Der Song „Wie ich“ ist ziemlich vielfältig. Er kann Geschwister ansprechen, aber auch Paare oder Freunde. Mit dem Song können sich viele identifizieren. Es geht um die besondere Beziehung zwischen Menschen.

Wie kann man sich Eure Zwillingsbeziehung denn vorstellen? Seid Ihr immer und überall zusammen – und hättet Ihr nicht auch gerne mal Zeit für Euch alleine?

Wir verbringen schon sehr sehr viel Zeit miteinander, auch beruflich bedingt. Klar, manchmal möchte man auch für sich sein. Aber das ist schon okay. Wir sind ein super Team, verstehen uns perfekt und ticken gleich. Wenn man sich mal böse ist, dann auch nur für fünf Minuten oder so.

In Euren Songs geht es ja hauptsächlich um Freundschaften und ums Spaß haben. Wie sieht es mit ernsteren Themen aus, interessieren die Euch auch?

Manche Ideen kommen direkt aus dem Alltag, andere Texte sind tiefgründiger ... (Rauschen, sie fahren gerade durch ein Funkloch).

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Was denkt Ihr, werden Eure Youtube-Videos in fünf Jahren noch immer erfolgreich sein? Und wird Euch das nicht irgendwann selbst langweilig?

Wir konzentrieren uns ja jetzt erst mal auf das Album und die Tour. Ich glaube aber nicht, dass wir uns langweilen werden. Vielleicht kommt ja auch ein drittes Album raus. Wir wollen auf jeden Fall weitermachen, weil das voll unser Ding ist und uns mega Spaß macht.

Wie sieht Euer Plan B aus, falls es mit der Musik nicht klappen sollte?

Daran denken wir erst gar nicht. Das können wir uns momentan auch nicht erlauben, weil wir uns gerade so auf unser Album und unsere Karriere konzentrieren. Wir sind ja schon seit fünf Jahren dabei, und wir haben eine ganze Menge erlebt und sehr viel Erfahrung gesammelt. Ich glaube, wir werden in dieser Branche bleiben, und wir werden immer weiter Gas geben.

Funktioniert das, was Ihr im Internet macht, denn auch live auf der Bühne?

Ja, wir haben ja schon ein, zwei Touren gemacht und auch schon zehn Konzerte gegeben. Es macht einfach mega Spaß, und es herrscht immer eine mega geile Stimmung. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn drei-, viertausend Menschen mitsingen. Die ganze Band ist ja mit am Start, und wir sind uns sicher, dass das eine ziemlich geile Zeit wird. 

Was macht Ihr gegen das Lampenfieber?

Lampenfieber haben wir ehrlich gesagt eher nicht. Als wir mit der Musik angefangen haben und das erste Mal aufgetreten sind, waren wir schon aufgeregt. Aber wenn man dann auf der Bühne steht, vergisst man das alles.

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