Syrische Brüder erstechen schwangere Schwester

Zwei brutale Bluttaten vor Gericht

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Ein Bild vom Tatort in der Freigerichtstraße, an dem eine schwangere Frau starb.

Hanau - Zwei äußerst brutale Verbrechen beschäftigen demnächst die Hanauer Justiz. In der kommenden Woche beginnen vor dem Hanauer Landgericht Verfahren wegen versuchten und vollendeten Totschlags. In beiden Fällen gingen die Täter mit grausamer Brutalität vor. Von Dirk Iding

Ab Donnerstag, 1. September, müssen sich vor der 1. großen Strafkammer (Schwurgerichtskammer) des Landgerichts Hanau zwei heute 22 und 25 Jahre alte Brüder aus Syrien verantworten, denen vorgeworfen wird, am 7. Januar ihre damals 30-jährige schwangere Schwester mit insgesamt 15 Messerstichen getötet zu haben. Auch das etwa 23 Wochen alte ungeborene Kind war nicht mehr zu retten. Die Bluttat in einem Mehrfamilienhaus an der Freigericht-straße hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und große Betroffenheit ausgelöst. Nun ist es an der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Hanau, diese Wahnsinnstat juristisch aufzuarbeiten. Laut Staatsanwaltschaft wird den beiden Angeklagten vorgeworfen, in der Wohnung der später Getöteten zunächst in Streit mit dem dort lebenden Ehepaar geraten zu sein. Dieser eskalierte offenbar völlig. Zunächst kam es zu Handgreiflichkeiten, bei denen sowohl der Ehemann der 30-jährigen Syrerin als auch sie selbst verletzt wurden. Beide konnten jedoch zunächst aus der gemeinsamen Wohnung fliehen.

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Einer der Angeklagten habe seine Schwester verfolgt und schließlich im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses mit einem Messer wie wild auf sie eingestochen. Bei der Obduktion wurden insgesamt 15 Messerstiche gezählt. Dabei wurde unter anderem auch eine Schlagader durchtrennt. Der Blutverlust war so massiv, dass für die junge Frau und ihr ungeborenes Kind jede Hilfe zu spät kam. Die beiden zunächst Geflüchteten wurden tags drauf von einem Spezialkommando der Polizei in einem Taxi in der Nähe von Trier festgenommen. Auf dem Mobiltelefon eines der Angeklagten sollen zudem mehrere kinderpornografische Bilder sichergestellt worden sein. Für das Verfahren gegen die beiden Syrer wurden zunächst vier Verhandlungstage angesetzt.

Um versuchten Totschlag geht es in dem Prozess gegen einen heute 23 Jahre alten Angeklagten, der bereits am Montag, 29. August, vor der in diesem Fall als Jugendgerichtskammer fungierenden 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Hanau beginnt. Der Angeklagte soll am Abend des 20. Dezember vergangenen Jahres in Steinheim mit einem Baseballschläger brutal auf sein Opfer eingeschlagen und hierbei dessen Tod billigend in Kauf genommen haben. Passanten hatten den Schwerstverletzten bewusstlos an der Ecke Uferstraße/Molitorstraße gefunden. Da der Mann erheblich unter Alkoholeinfluss stand, war man zunächst von einem Sturz ausgegangen. Doch dann zeigte sich, dass die erheblichen Kopfverletzungen von brutalen Schlägen herrührten.

Das Opfer erlitt ein offenes Schädelhirntrauma, einen Schädelbasisbruch, Brüche der linken Augenhöhle, des linken Felsenbeines, zweier Kieferhöhlenwände und des Jochbogenansatzes. Mitangeklagt ist auch der 20-jährige Bruder, der den Baseballschläger als Tatwaffe in Kenntnis des Tatplans besorgt haben soll.

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