Bündnis beschließt, bei den Kosten das bisherige Verursacherprinzip abzuschaffen

Alle zahlen für Sperrmüll

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Der neue Bauhof im Industriegebiet nahe Martinsee, auch Annahmestelle für sperrigen Abfall, wächst zusehends.

Heusenstamm - Vom nächsten Jahr an wird der Sperrmüll einmal im Jahr auf Anruf kostenfrei bei jedem Haushalt in der Stadt abgeholt. Allerdings zu Terminen, die vorher nicht öffentlich bekannt sind. Das haben die Stadtverordneten beschlossen. Von Claudia Bechthold 

Eigentlich ändert sich im Vergleich zum derzeit geltenden Prinzip nicht allzu viel an der Sperrmüll-Abfuhr. Wer Sperriges hat, meldet dies an und es wird abgeholt. Mit einer Ausnahme: Künftig zahlen alle Heusenstammer, ob sie Sperrmüll abholen lassen oder nicht. Mit den Stimmen von SPD, Bündnisgrünen und Freien Wählern hat das Stadtparlament beschlossen, die bisherige Praxis zu ändern. Wie berichtet, hatte das Bündnis zunächst eine generelle Abfuhr des Sperrmülls zu öffentlich bekannten Terminen beantragt. Doch Bürgermeister Halil Öztas (SPD) persönlich stellte dem einen Änderungsantrag entgegen, der nun auch in seiner Fassung beschlossen wurde.

Sie seien ohnehin davon ausgegangen, dass es am Antrag des Bündnisses noch Änderungen geben werde, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Lang im Parlament. Nun habe man sich von der Version des Bürgermeisters überzeugen lassen, erläuterte Lang weiter und nannte das ein Beispiel für „gelebte Demokratie“. Man versuche, ein Problem zu lösen, das nie eines war, hielt Ismail Tipi für die CDU-Fraktion dagegen. Zudem könne von „kostenlos“, wie von der SPD versprochen, keine Rede sein. Statt bei der Bezahlung beim Verursacher-prinzip zu bleiben, müssten nun alle Bürger dafür zahlen, gleich, ob sie Sperrmüll haben oder nicht.

Bilder: So sieht es im Müllheizkraftwerk aus

Man sei Öztas dankbar für dessen Änderungsantrag, betonte Willi Seidewitz für die Freien Wähler. Dass die anfallenden Kosten in die Müllgebühr eingerechnet werden, sei nichts Neues und an anderer Stelle längst üblich. Auf die Höhe der Kosten für die Abfallgebühren bezogen sei der Sperrmüll lediglich ein „Löffel Zucker im großen Sozialisierungskuchen“. Die Abfuhr sperrigen Abfalls werde die Bürger nicht übermäßig belasten. Für die AfD meinte Carsten Härle, das Verursacherprinzip sei bei den Kosten sinnvoller, da es eher zur Müllvermeidung anrege.

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