Sachverständiger untersucht Bäume auf Gesundheitszustand

Alte Weide darf bleiben

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Björn Winter, Philipp Funck und Tobias Alles (im Steiger) haben insgesamt 15 Bäume auf ihren Gesundheitszustand untersucht. Winter und Alles haben übrigens alle rund 4000 städtischen Bäume elektronisch erfasst und daraus ein Kataster erstellt.

Heusenstamm - Etwa 4000 „öffentliche“ Bäume gibt es in der Schlossstadt. Und für alle gilt die sogenannte Verkehrssicherheitspflicht. Einige dieser Bäume wurden jetzt untersucht. Von Claudia Bechthold

1,31 Meter Durchmesser hat der Stamm der alten Weide auf dem Gelände des Kinderhauses Wiesenborn. Und weil fast täglich Kinder auf dem großzügigen Gelände spielen, gilt diesem Baum besondere Aufmerksamkeit. Ihm soll das Schicksal erspart bleiben, das eine alte Weide am Rand des Schlossgartens vor einigen Jahren ereilte. Der als Hintergrund für Hochzeitsfotos besonders beliebte Baum hatte einem orkanartigen Sturm nicht mehr standhalten können. Mit einem Hammer schlägt der eigens angereiste Baumsachverständige Philipp Funck gegen den Stamm der Weide. „Da drunter ist es ziemlich weich“, stellt er halb laut fest. Er spannt einen schmalen Streifen Millimeter-Papier in ein Gerät. Damit bohrt er eine dünne Nadel in den dicken Stamm. Das Gerät zeichnet die Festigkeit des Holzes auf, den die Nadel überwinden muss. Danach ist Philipp Funck schon mal beruhigt. Der Stamm ist innen hart. Das ist ein gutes Zeichen.

Nach weiteren Untersuchungen, für die er auch in den Steiger des städtischen Bauhofs klettern muss, um in die Krone der Weide gelangen zu können, steht endgültig fest. Der schöne Baum darf bleiben. Ein aus dem Hauptstamm wachsender „Nebenstamm“, der vor vielen Jahren schon einmal gekappt worden war, muss wohl herausgesägt werden. Aber danach geht es der Weide wieder rundum gut. Bäume sind auch für Kinder wichtig, betont Funck in diesem Zusammenhang. Kinder müssten in Bäume klettern können, um zu lernen, Risiken einzuschätzen. „Wer das nie gelernt hat, geht auch keine Risiken ein“, fügt er nachdenklich hinzu.

Baumsachverständiger Philipp Funck mit dem Gerät, das die Holzfestigkeit im Stamm messen kann.

Insgesamt 15 Bäume hat Philipp Funck gemeinsam mit den beiden Heusenstammer Forstmitarbeitern Björn Winter und Tobias Alles untersucht. Einige werden wohl gefällt werden müssen, teiltHans-Peter Löw, Leiter des Fachdienstes Grünflächen und Umwelt bei der Stadtverwaltung, mit. Zwei oder drei der Robinien an der Rembrücker Straße entlang des Radwegs zwischen der „Trompete“ zur Hubertussiedlung und der Abzweigung zur Obertshäuser Straße am Ortseingang Rembrückens. Und auch in der Nähe zum ehemaligen Rainbow Hotel seien zwei oder drei Robinien völlig trocken und müssten weg. So wie der Zwillingsahorn, der auf dem Parkplatz unterhalb des Hinteren Schlösschens stand. Die waren innen ganz hohl, berichtet Löw, einer der beiden zudem trocken und der zweite ebenfalls schon geschädigt. Aber die Stelle soll nicht kahl bleiben, verspricht der Fachdienstleiter: „Da wird etwas Neues gepflanzt.“

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