Stark bleiben zahlt sich aus

Auszeichnungen für Adolf-Reichwein-Schüler

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„Gemeinsam in Frieden leben“: Die Reichwein-Schüler präsentieren stolz ihre Werke.

Heusenstamm - „Ab heute bin ich mutig“ steht da in schwarzen und rosafarbenen Buchstaben. „Bleib stark!“, lautet der Untertitel des Leporellos, den Lea Krüger und Julia Edrich stolz in die Kamera halten.

Mit ihrer Foto-Geschichte über einen Mobbing-Fall haben die beiden Mädchen aus der 7b des Adolf-Reichwein-Gymnasiums einen Landespreis im Europa-Wettbewerb gewonnen. Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 8 haben im Kunst-Unterricht bei Lehrer Thomas Schmidt in verschiedenen Techniken Werke ausgedacht und geschaffen. Unter dem Motto „Gemeinsam in Frieden leben“ gestalteten die Mädchen und Jungen Motive mit Pinsel und Stiften, aber auch mit dem Fotoapparat und am Computer - wie die beiden Siebtklässlerinnen. Ihre Idee muss bei der Jury mächtig Eindruck hinterlassen haben. In den Szenen sitzt eine Schülerin auf einer Bank im Schulhof und liest. Sie wird von einer Klassenkameradin provoziert, behält die Nerven, spricht beruhigend auf die Angreiferin ein und fragt, warum sie denn so aggressiv sei. Dies ist den Sprechblasen zu entnehmen.

Sind Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig? „Na ja, nicht ganz“, antwortet Lea. Aber auch in ihrer Klasse gab’s Kinder, die von den Pausenaktivitäten der anderen ausgeschlossen waren. Das haben sie jetzt im Griff, versichert die junge Künstlerin. Christel Germer vom Kreisverband der Europa-Union überreicht die Urkunden und Preise für 26 Arbeiten. Kunstlehrer Schmidt beteiligt sich mit seinen Klassen jedes Jahr am ältesten Schüler-Wettbewerb der Republik. Die kreative Beschäftigung mit Problemen der Zeit soll den Jugendlichen bewusst machen, dass es eine „europäische Dimension im Bildungskanon aller europäischen Völker gibt“, heißt es bei der Europa-Union. Der Wettbewerb greift seit 1954 politische Themen auf, will zu Demokratie und Toleranz erziehen, die Einhaltung der Menschenrechte, Schutz von Minderheiten, Wahrung kulturellen Erbes und multikulturelles Lernen fördern.

Die Heusenstammer beteiligten sich mit phantasie- und kunstvollen Bildern und erhielten dafür 18 Anerkennungs- sowie acht Landespreise. Einen mit „Anerkennung auf Bundesebene“ ergatterte Despina Paltatzidis von der 5f, weitere gingen an Clara Peter, Maya Taetzner, Lara Marie Hernlotz und Marlene Anna Willeitner (alle 8d), Julia und Lea aus der 7b sowie an Luisa Schmidt aus der 8f.

Bilder: Abschlussfeier der Adolf-Reichwein-Schule in Heusenstamm

Anerkennungspreise erhielten Lida Baha, Nooren Cheema, Jan Kugler, Marie Eisenacher, Erik Potthast, Paul Reisenberg und Hendrik Zschocke (8d), Faiza Ahmad, Anna-Lena Graf, Sophia Motle und Kira Nikolic (6e), Elias Knecht, Luis Bastian, Luis Lopes Batisda und Nikola Sretic (7b), Liv Baumgartl und Julie Wadewitz (5f) sowie an Vivian Saravanamuttu (8f). Bürgermeister Halil Öztas unterstrich die Bedeutung, sich früh mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Die Menschen in Europa leben seit 70 Jahren ohne Krieg, „Europa gibt auch gesellschaftlich Stabilität“, sagt Öztas . „Wir sind gut beraten, uns für Europa einzusetzen.“ Es seien vielleicht Reformen nötig, doch „die Gemeinschaft wird nur überleben, wenn sich alle dafür einsetzen und den europäischen Gedanken verfolgen“. M.

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