Mitreißende Musiker

Besucher aus belgischem Malle begeistern mit ihrem Konzert

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Musiker aus Malle und Zuschauer aus Heusenstamm tanzen gemeinsam zu „Dancing In The Street“.

Heusenstamm - So richtig springt der Funke erst gegen Ende des Konzerts über. Dann aber stehen fast alle Zuschauer vor der Bühne am Bannturm und tanzen mit: Belgier mit Deutschen, Maller mit Heusenstammern. Bereits zum fünften Mal war eine Gruppe der Musikakademie Lier/Malle mit „Jazz We Can“ zu Gast. Von Claudia Bechthold 

„La Camisa Negra“ heißt der Song, mit dem die Erwachsenen aus der Samba-Gruppe am Donnerstagabend das Konzert am Bannturm eröffnen. Mehr als 50 junge Leute und Erwachsene aus Heusenstamms belgischer Partnerstadt Malle sind wieder einmal in der Stadt, um für Heusenstammer zu spielen. Jedes Mal aufs Neue begeistern die Schüler der Musikakademie Lier/Malle nach einer Woche Workshop in Ernsthofen im Odenwald mit ihrer Leidenschaft für Musik, mit ihrem Können und mit ihrer mitreißenden Art. Auch an diesem regnerischen und kühlen Abend gelingt es ihnen schon beim zweiten Lied, die Zuschauer zum Mitklatschen zu bewegen. Nur zum Tanzen lassen sich die Besucher erst am Ende animieren, vielleicht wegen des Wetters.

Sie treten in verschiedenen Gruppen auf. Jazz, Rock, Pop, Samba und Folk sind die Musikrichtungen, auf die sie sich dabei spezialisieren. Auch deutsche Titel sind diesmal dabei, „Ich bin wie Du“ oder „Auf uns“. Und mit „Let"s Dance“, „Changes“, „Lazarus“ oder „Dollar Days“ huldigt fast jede der Gruppen dem in diesem Jahr verstorbenen David Bowie. „Wir sind leider etwas zu spät angekommen“, entschuldigt Leiter Han Flintrop Probleme mit der Aussteuerung des Tons, „es war zu wenig Zeit zum Testen“. Besonders bei Bowies Mega-Hit „Space Oddity“ ist dies aufgefallen.

Wie musikverrückt die jungen Belgier sind, schildert Han Flintrop am Beispiel eines 13 Jahre alten Jungen, der Altsaxophon spielt. Beim Kicken am Abend vor dem Konzert war der Junge gestürzt und hatte sich das Schüsselbein gebrochen. Nach der Versorgung in einer Klinik ging es darum, wie er nun vorzeitig nach Hause reisen könnte. Doch das lehnte er kategorisch ab. Schließlich hatte er in Heusenstamm ein Solo zu spielen.

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Flintrop selbst macht der Abend in Heusenstamm ebenfalls Riesenspaß. „Beim ersten Mal hätten wir nie erwartet, was für ein toller Abend das wird“, sagt er am Ende des Konzerts, nach dem fast alle Anwesenden zur David Bowie-Mick Jagger Koproduktion „Dancing In The Street“ getanzt haben. Die Zugabe-Forderungen des Publikums sprechen für sich.

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