Bürgerforum Rembrücken sammelt Klagen der Anwohner

Jetzt machen DHL-Laster Krach

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Das Bürgerforum (von links): Jens Leis, Andre Iseler, Patrick Witte, Dr. Hartmut von Kienle, Arnold Subtil und Dr. Monika Fischer. Nicht auf dem Bild ist Hubert Rücker.

Heusenstamm - Sorgen, Nöte, Kritik und Anregungen der Rembrücker sammelt seit fast genau 15 Jahren das einst vom Bürgerblock angeregte Bürgerforum. Als „Vertreter“ der Bewohner kümmern sich die ins Forum Berufenen um deren Anliegen. Von Stefan Mangold 

Das Bürgerforum Rembrücken hatte zum offenen Treffen ins Haus der Begegnung an der Obertshäuser Straße eingeladen. Dr. Hartmut von Kienle zieht zunächst eine kleine Bilanz der Versprechen des „Bürgermeisterkandidaten Peter Jakoby“ vor vielen Jahren an selber Stelle. Er habe alle Versprechen, die er gegeben habe, auch gehalten, stellte von Kienle fest. Dazu zähle die Sanierung des Hauses der Begegnung, und die Instandsetzung der Heusenstammer Straße. Vom Bürgerforum sei zudem die Initiative für schnelle Internetzugänge in Rembrücken ausgegangen.

Jüngst habe man erreicht, dass das vergilbte Schild vor der Ampel an der Kreuzung Heusenstammer und Friedhofstraße erneuert wurde. Mit dem Schild werden Autofahrer aufgefordert, vor der Einmündung zur Friedhofstraße zu stoppen, um Abbiegern die Chance zu bieten, sich bei Rot für die Fußgänger einzugliedern. „Einen idiotischen Plan“, so von Kienle, habe man außerdem schon verhindert. Da sei überlegt worden, die Parkplätze an der Alten Schule direkt vor Sitzbänke zu legen. „Wer setzt sich dann noch dort hin?“ Ein Rembrücker erwähnt, wo ihn gerade der Schuh drückt. Er sei er auf einer gut besuchten Beerdigung gewesen. Wenn die kleine Trauerhalle voll sei, könnten jene, die davor stehen, kein Wort von drinnen hören. Der Mann plädiert für einen Lautsprecher.

Ein Anwohner aus den ersten Häusern an der Obertshäuser Straße ärgert sich über Raser, die das dort vorgeschriebene Tempo 30 ignorieren. Er fordert Messungen. Jemand gibt bei dieser Gelegenheit ein Gespräch mit einem Polizisten wieder, der ihm von einem Maserati-Fahrer erzählt hatte, den finanzielle Sanktionen nicht jucken. Der Beamte habe gesagt, einer wie jener „zahlt die Geldbuße aus der Portokasse“. Jens Leis stört sich an den vielen Lastern, die durch Rembrücken donnern, seit das DHL-Logistikzentrum in Obertshausen eröffnet hat. An der Heusenstammer Straße sei der Krach besonders intensiv, wenn die Wagen ohne Ladung über die Kanaldeckel fahren. Nach seiner Information halte die DHL ein internes Verkehrsgutachten unter Verschluss, das besage, die eigenen Laster sollten Ortschaften meiden. Rembrücken diene als Abkürzung zwischen Obertshausen und dem DHL-Zentrum in Niederroden. Zumal sich die Speditionen so dei Autobahn-Maut sparten.

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In der Hubertussiedlung standen in diesem Sommer nach Starkregen mehr als 70 Keller unter Wasser, weil die Kanalisation den Regen nichtaufnehmen konnte. Für die Hubertussiedlung habe die Stadt einst mit 1000 Einwohnern gerechnet. Mittlerweile seien es 2000. Es müsse also geprüft werden, ob man nicht ein weiteres Rückhaltebecken im Wald brauche. „Der nächste Regen in dieser Menge wird keine 40 Jahre auf sich warten lassen“, prophezeit eine Frau.

Für die 750-Jahr-Feier Rembrückens im Jahr 2018 schlägt Hartmut von Kienle eine Akademische Feier im April vor und ein Fest mit Zelt als Teil des Heusenstammer Kultursommers. Patrick Witte, der seit vier Jahren im Stadtteil lebt, zeigt sich besonders angetan von der Idee eines Festzugs in historischen Gewändern. Auf dem Tisch liegt auch die Idee eines Theaterstücks zur Entstehung Rembrückens aus der Feder von Thomas Hartmann (Karneval Klub Disharmonie), der Entsprechendes zugesagt habe.

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