„Doctor Blond“ spielt zugunsten der Nachwuchsarbeit

Party für die Fußball-Jugend der TSV Heusenstamm

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Hans-Jürgen Chop (links) hat früher selbst bei der TSV Heusenstamm Fußball gespielt. Mit dem Konzert am Bannturm will die Band den Jugendfußball unterstützen.

Heusenstamm - Eine gute Idee, die alle Beteiligten glücklich macht: „Doctor Blond“ spielt zugunsten der Jugendmannschaften in der Fußballabteilung der Turn- und Sportvereinigung (TSV) Heusenstamm. Von Michael Prochnow

Bandleader Hans-Jürgen Chop, einst selbst Nachwuchskicker an der Alten Linde, hatte mit der Idee bereits im vergangenen Jahr den Jugendwart und die Fans von TSV und Doctor Blond begeistert. „Get Lucky“, „Fresh“ und „So Excited“, begann „Doctor Blond“, die Formation aus der Schlossstadt und Umgebung. Fröhliche Melodien, die sofort ein Wippen in den Knien auslösen. Und gleich beim ersten von vier Sets wagten sich einige Gäste auf die großzügig bemessene Tanzfläche vor den Garnituren am Bannturm hinterm Schloss. Die jungen und doch erfahrenen Musiker nutzten die flotten Rhythmen der 80-er Jahre, um die Gäste aller Generationen in Fahrt zu bringen. An Tempo und Stimmung bremsten die sieben Talente nicht ab, drehten mit „Jump“, „Hot Stuff“ und „Good Times“ auf, erinnerten an den „Summer Of 69“ und bekannten, „I Love Rock’ n’Roll“.

Auch mit deutschsprachigen Titeln kann „Doctor Blond“ aufwarten: Westerland“, „Skandal im Sperrbezirk“ und „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ schmetterten viele Besucher aus Leibeskräften mit. Doctor Blond einte so beliebte Disco-Titel mit einem Medley aus den 90ern, Reggae und manchem Rock-Klassiker.

In der bundesweit gefragten Band steht Hans-Jürgen Chop als „Leader“ an den Saiten, er hat den Namen der Gruppe zur Jahrtausendwende bekannt gemacht hat, Schlagzeuger Steffen Reichenbach, das Rückgrat des Teams, Bassist Manuel Stolz, Keyboarder Carsten Bitsch, der auf der großen Bühne von Morris Metschan unterstützt wird, sowie die Stimmen von Beatrice Adam aus Heusenstamm und dem „musikalischen Mastermind“ Emre Bice. Sie alle stehen in knapp 14 Tagen beim Museumsuferfest in Frankfurt auf der Bühne, haben in diesem Jahr schon mehrere Benefiz-Konzerte gegeben und Freiluft-Auftritte bestritten.

Das tun auch die TSV-Fußballer jetzt wieder: Etwa 20 Helfer, vorwiegend aus den Reihen der zweiten Mannschaft, brutzelten am Samstagabend am Bannturm Bratwurst, boten Bier, Limo und Cocktails an. Die erste Mannschaft der TSV Heusenstamm eröffnete am gestrigen Sonntag mit ihrem Spiel gegen die SVG Steinheim die neue Saison in der Kreisoberliga Offenbach. Nach dem Klassenerhalt haben die Aktiven einen „kompletten Umbruch“ bewältigt, berichtet Jugendleiter Jens Krostewitz. Neuer Trainer ist Pero Duvnjak, bekannt vom Eis-Café an der Kantstraße, er spielte in seiner kroatischen Heimat höherklassig. Neu im TSV-Trikot laufen 16 der 19 Spieler im Kader auf.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Vor allem bei den jüngeren der 17 Jugendmannschaften in der TSV-Fußballabteilung existiert schon eine Warteliste, sagt Jens Krostewitz weiter – obwohl schon 18 Kinder zu jeder Elf zählen, obwohl diese auf dem Kleinfeld nur zu siebt dem Ball nachjagen. Alle Altersklassen sind besetzt, rund 30 Trainer und Betreuer stehen bereit, weitere Mitstreiter sind stets willkommen. Gerade erst konnten einige B-Jugend-Spieler den Trainerschein erringen. Krostewitz erinnert an die Meisterschaft der A-Jugend, die auch Kreis-Pokalsieger wurde, in der Relegation um den Aufstieg jedoch an Bayern Alzenau scheiterte.

Zur Finanzierung der Jugendarbeit haben die TSVler ein Stickeralbum mit Klebe-Fotos von allen Mannschaften aufgelegt. Der Startschuss für den Verkauf fällt bei der Feier zum 110-jährigen Bestehen der Abteilung am Samstag, 10. September. Dann steigt ein Familienfest mit Fußball-Parcours, Torwandschießen und Schussgeschwindigkeits-Messer. Bereits am Freitag, 2. September lädt die Jugendleitung wieder zum Elfmeterschießen bei Flutlicht ein. Eine Veranstaltung, die sich zu einem großen Erfolg entwickelt hat, zumal sich dabei Hobby-Mannschaften und Zufalls-Teams miteinander messen können. „Jugendarbeit im Verein ist wichtig, aber oft nicht ganz billig“, weiß „Doctor“ Hans-Jürgen Chop. „Als ehemaliger TSV-Spieler möchte ich mit meiner Band wieder einen Beitrag für diese Aktivitäten leisten“.

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