Empfang für neue Bürger

Heusenstamm im Plus

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Annäherung: Bürgermeister Halil Öztas erklärt beim Neubürgerempfang die Stadt und ihre Vorteile.

Heusenstamm - Das Wort, das an diesem Vormittag wohl am häufigsten benutzt wird, ist „neu“. Der Neu-Bürgermeister und der Neu-Stadtverordnetenvorsteher begrüßen die Neu-Bürger Heusenstamms. Von Jürgen Roß 

Bei allem Neuen gibt es aber auch Konstanten bei dem traditionellen Empfang jener Mitbürger, die im Laufe des vergangenen halben Jahres nach Heusenstamm gezogen sind: Es ist eine gespannte Neugierde und Offenheit bei den neuen Mitbürgern zu erleben. Etwas in einer Ecke hat sich eine Gruppe Jugendlicher versteckt. Mit ihren Betreuern sind auch die neuen Mitbürger aus Afghanistan, Eritrea und Äthiopien gekommen. Die jungen Männer, die seit zwei Wochen im Rainbow House eine Bleibe haben, runden das Bild der Gäste ab. Sie sind zwar vom Lebensalter keineswegs die Jüngsten, können aber mit Sicherheit für sich in Anspruch nehmen, dass sie die längsten Wege zurückgelegt haben, bevor Heusenstamm ihre neue Heimat wurde.

„Heusenstamm ist eine liebenswerte Stadt, bringen sie sich mit ein“, lädt Hibbeler ein, bevor Öztas einen Überblick über städtische Einrichtungen und das sportliche und kulturelle Leben gibt. 2014 hat sich Heusenstamm über 1583 neue Bürger freuen können. Dem stehen allerdings 1481 Verluste entgegen. Die Statistik für 2015 liegt noch nicht vor. Ausführlich berichtet Öztas über die neuen politischen Verhältnisse in der Schlossstadt, die Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat. „Wir haben drei städtische und vier konfessionelle Kindergärten und haben seit 2007 eine flächendeckende Schulkindbetreuung“, erläutert Öztas.

Aber nicht nur Familien finden eine gute Infrastruktur. „Heusenstamm ist im Hinblick auf das Durchschnittsalter der Bewohner die Stadt mit den ältesten Einwohnern im ganzen Kreis“, erläutert der Rathauschef. Für ihn sei es wichtig, dass die Stadt der alternden Bevölkerung gerecht wird, aber auch Anreize für junge Familien mit Kindern schafft. „Die Vereine in Heusenstamm machen eine tolle Arbeit und tragen zum kulturellen Leben der Stadt bei“, lobt Öztas. Das wird den Neubürgern deutlich, als Öztas die Veranstaltungen aufzählt, die über das Jahr verteilt stattfinden. Vom Bahnhofsfest über den Kultursommer bis zum Nikolausmarkt ist das ehrenamtliche Engagement der Bürger eine wesentliche Stütze.

Familie Seyrling, die seit November in Heusenstamm wohnt, freut sich schon auf den Sommer: „Bislang haben wir Heusenstamm nur in der dunklen Jahreszeit kennengelernt.“ Für sie ist es ebenso wie für die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Eritrea oder Äthiopien ein spannender Neustart. Begrüßt werden die Neubürger auch von Pfarrerin Scholz, die als Vertreterin der christlichen Gemeinden da ist, und einem Vertreter der muslimischen Gemeinde in Frankfurt. Stadtbrandinspektor Gregor Fanroth berichtet von den Feuerwehren in Heusenstamm und Rembrücken und wirbt um Unterstützer.

Bevor Gernot Richter vom Heimat- und Geschichtsverein eine Stadtführung anbietet, haben die Neubürger noch Gelegenheit zum Gespräch und zum Gedankenaustausch. Die Jugendlichen, die zu Beginn des Empfangs fast verschüchtert in der Ecke standen, sind mittlerweile in der Runde der Gäste verstreut. Für viele war es die erste Begegnung mit Flüchtlingen überhaupt und das Erstaunen ist groß, wie gut die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge schon sind. Öztas ermutigt die jungen Menschen: „Die Sprache ist der Schlüssel für eure Zukunft“.

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