Der Engpass Autobahn belastet

Stadt fordert den raschen Ausbau der A3

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Der Anschluss Obertshausen/Heusenstamm der A3. Die Geräuschkulisse dürfte die Stadt noch lange Jahre beschäftigen.

Heusenstamm - Im Sommer soll das neue Paketzentrum der DHL in den Obertshausener Herbäckern ans Netz gehen. Befürchtet wird eine zusätzliche Verkehrsbelastung. Die Stadt Heusenstamm fordert daher den dringenden Ausbau der Anschlussstelle Obertshausen zur Autobahn A3.

Im kürzlich vorgelegten Bundesverkehrswegeplan für die Zeit bis 2030 ist der Ausbau der Autobahn A3 nicht mehr wie bisher als „vordringlich“ eingestuft. Derzeit ist der Plan in der Beratung. Die Herabstufung des A3-Ausbaus könnte bedeuten, dass es noch Jahre dauert, bis sich an der Verkehrssituation zwischen Heusenstamm und der A3 etwas ändert. Schon jetzt ist die Belastung vor allem im Berufsverkehr auf der Landesstraße 3117 groß. Wer zum Beispiel nachmittags in Richtung Autobahn fahren möchte, sollte Zeit mitbringen. „20 Minuten von der neuen Ampel am Gewerbegebiet bis zur Brücke in Richtung Obertshausen sind keine Seltenheit, sagt Bürgermeister Halil Öztas und fragt: „Wie soll das erst werden, wenn das Paketzentrum in den Vollbetrieb geht?“

Deshalb hat sich auch die Stadt Heusenstamm zum Bundesverkehrswegeplan geäußert. Sie fordert ausdrücklich eine höhere Priorisierung („Vordringlicher Bedarf Engpass“) des Ausbaus der A3 zwischen Autobahnkreuz Offenbach und der Anschlussstelle Hanau. Dieses Projekt erfülle alle Kriterien für eine hohe Dringlichkeitskategorie: Es sei großräumig wirksam, habe eine hohe verkehrliche Bedeutung und eine geringe Umweltbetroffenheit. Der Engpass „Anschlussstelle“ könnte durch den Ausbau beseitigt und auch die Anbindung an den größten Flughafen Deutschlands signifikant verbessert werden.

Archivbilder

Unfallserie auf der A3 in einer Baustelle

Neben weiteren Argumenten hebt die Stadt die besondere Betroffenheit Heusenstamms durch die Ansiedlung des größten DHL-Paketverteilzentrums in Obertshausen hervor, gegen die Heusenstamm schon früher Bedenken geäußert hatte. Dies sind unter anderem die bestehende Auslastung und Leistungsfähigkeit des genannten Verkehrsknotenpunkts an der A3-Zu- und Abfahrt, Erhöhung der Verkehrsbelastung im Stadtgebiet durch geänderte Routenwahl sowie weitere Belastung bei Vollbelegung des Obertshäuser Gewerbegebietes Herbäcker.

Wegen der hohen Belastung der A3 könne sich der tägliche Stau nicht auflösen, meint der Verwaltungschef. Und der Rückstau erreiche Heusenstamm bis in die Ringstraße. Auf der L 3117 Richtung A3 könne man häufig Wendemanöver von Autofahrern beobachten, die nicht ungefährlich seien. Insgesamt sei es, so Öztas, nicht nachvollziehbar, warum der Ausbau eines A3-Abschnitts mit schon jetzt 140.000 Fahrzeugen am Tag herabgestuft werde.

clb

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