Ferienspiele der städtischen Jugendförderung

Wasserschlacht auf der Wiese

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Sichtlich Spaß haben die Jungs bei der Wasserschlacht, die sie auf der Wiese neben der Matthias-Claudius-Schule in Rembrücken austragen.

Heusenstamm - Bis zu 60 Kindern in drei Gruppen tummeln sich dieser Tage an der Adalbert-Stifter-Schule. Sie ist einer der Standorte der städtischen Ferienspiele, die am Freitag mit einem kleinen Fest im Kultur- und Sportzentrum Martinsee einen Höhepunkt finden. Von Michael Prochnow 

„Es war einmal.“ So wird bei der Abschlussfeier am Freitag kein Märchen beginnen, sondern eine „total verrückte Reise“. Mehr will Annabelle nicht verraten. Die Achtjährige sitzt mit Betreuerin Denise Hahn von den Schlossgespenstern im Erdgeschoss der Räume der Schulkindbetreuung an der Adalbert-Stifter-Schule und verfasst den Text für ein Theaterstück. „Also, ich werde Flamenco tanzen und ich werde der Heribert sein.“ Das ist auch nicht viel informativer, man wird sich wohl die Nummer in Martinsee ansehen müssen. Geheimnisvoll geht es auch im Hof der Altstadt-Schule zu. „Gemüseküche“, „Die Technik“ und „Pferdeträume, Liebesglück“ müssen dran glauben: Die ausgelesenen Kinderbücher werden mit Teppichmesser und Schere bearbeitet. Auf jeder Seite wird ein Rechteck herausgeschnitten, der so entstehende Hohlraum kann als Geheimfach benutzt werden, erläutern die jungen Experten am Tisch im Schulhof.

Tags zuvor haben sie Gesichter und Herzen aus Seife und Knete geformt, Parfüm beigegeben und mit Lavendel und Blumen verziert. Am liebsten aber fertigen Mädchen wie Jungen Armbänder und weiche „Laserschwerter“, berichtet Denise Hahn. Schoben sie gestern Marmor- und Schokoladenkuchen in die Backröhre der Mensa, bereiten sie dort heute Pizza. Auf dem Programm der Gruppe an der Stifter-Schule steht außerdem noch ein Besuch des Frankfurter Zoos.

Kinder und Eltern konnten sich auch nach den Angeboten für einen Standort, die Grundschulen oder das Jugendzentrum, entscheiden. In der Matthias-Claudius-Schule in Rembrücken zum Beispiel haben sie ein reines Jungen-Team. „Gender-Pädagogik“ heißt das im Fachjargon, und die hat ihre Vorteile, wie die beiden männlichen Betreuer der 23 Buben erläutern. „Viele Kinder wachsen mit Frauen als Bezugspersonen auf“, schildert Martin Kotzurek vom Juz. Während der Papa arbeiten geht, kümmert sich die Mama um die Kleinen, im Kindergarten arbeiten meist auch nur Frauen, in der Grundschule sieht’s nicht anders aus. Das Toben bei der Wasserschlacht wäre für manche Mädchen zu rau gewesen, argumentiert Kotzurek weiter. Und manchmal schämen sich „starke Jungs“, wenn Mädchen dabei sind. Auf der Wiese an der Schule schlagen sie unbekümmert eine Wasserschlacht.

Archivbilder

Kinder machen Zirkus

Heute werden sie mit Fahrrädern in der Burg im Hain in Obertshausen einen Schatz suchen. Dazu müssen sie Kartenteile lesen und Experimente zur Optik vornehmen. Auch die Alte Fasanerie in Hanau-Klein-Auheim wollen sie besuchen. Jeder Tag steht unter einem Thema. Zum „Wasser“ haben sie neben dem Toben mit Wasserbomben und Schlauch auch die Oberflächenspannung in einem gefüllten Glas untersucht, Münzen so hinein gleiten lassen, dass sich ein „Wasserberg“ bildet. Und eine „Cola-Mentos-Rakete“ gezündet - spezielle Bonbons in der Brause aufgelöst, bis sich die Flasche per Rückstoß bewegt. An diesem Freitag um 14 Uhr steigt ein großes Familien-Sommerfest in Martinsee, danach folgt eine weitere Woche Ferienspiele für den Nachwuchs, der nicht in Urlaub gefahren ist.

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