Fest der Kinderrechte

Botschaften an bunten Ballons

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Der Start der Ballons mit selbst gestalteten Botschaften zu den Rechten der Kinder ist stets der Höhepunkt des jährlichen Festes.

Heusenstamm - Zum neunten Mal feierten städtische und kirchliche Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie mehrere Vereine ein gemeinsames Fest, mit dem sie auf die mannigfaltigen Kinderrechte aufmerksam machten. Diesmal übernahm das Kinderhaus Murmel die Gastgeber-Rolle. Von Michael Prochnow 

„Zehn, neun, acht ....“ Fast 200 Kinder stehen auf dem Spielgelände der Otto-Hahn-Schule, zählen den Countdown lautstark mit, den Blick auf die knallbunten, heliumgefüllten Luftballons über ihren Köpfen gerichtet. Noch halten sie die Schnüre mit den Karten dran in der Hand, bei „null“ lassen sie die prallen Kugeln mit den Botschaften zu den Kinderrechten aufsteigen. Ein stabiler Wind aus Südwest trägt sie in große Höhe, Kurs auf Hanau. Vor dem tiefblauen Himmel bieten die farbigen, von der Sonne zum Leuchten gebrachten Ballons ein kunstvolles Bild. Doch der spektakuläre Aufstieg ist nicht die einzige Aktion an diesem Sonntagnachmittag. Jede Einrichtung hat ein Spiel- oder Bastelangebot zu einem der Rechte mitgebracht. Diesmal dabei: Betreuungen an Adalbert-Stifter- und Otto-Hahn-Schule, die Sozialarbeit der Schule am Goldberg, die Kinderburg, die Kitas Rembrücken, Wiesenbornweg, Murmel und die evangelische Kita sowie das Familienbüro, die Tagesmütter, die interkulturelle Frauengruppe Lotus und die Flüchtlingsbetreuung der Arbeiterwohlfahrt.

Das Recht auf Bewegung lässt sich in einer Hüpfburg und an einem 25 Meter langen, aufgeblasenen Parcours zum Klettern, Springen und Rutschen einlösen. Mit dem Knüpfen bunter Bänder kann das Recht auf Freundschaft symbolisiert werden, dem Recht auf Kommunikation leistet ein junges Filmteam aus der Kinderburg Folge. Es stellt die Einrichtung an der Philipp-Reis-Straße vor. Daneben können Gäste aus alten Vinyl-Langspielplatten Wanduhren bauen. Papas und Mamas der jungen Künstler amüsieren sich eher über die Interpreten und Hits ihrer Jugend. Im Garten entstehen außerdem Blumen aus Moosgummi. Die Gastgeber verwandeln reihenweise Kinder mit viel Farbe in Schmetterlinge, Fledermäuse oder Piraten. Und mit Buchstabenketten und Schlüsselanhängern weist ein anderer Stand auf das Recht auf einen eigenen Namen hin. Für das leibliche Wohl gibt es frische Waffeln, Börek und türkischen Tee. Flüchtlinge bereiten pakistanische Speisen zu. Einen Beitrag zum Rechte-Fest leisten zudem die Bäckereien in der Schlossstadt, Schnabel, Viola, Fuhr und im Kanthaus.

Bilder aus dem Jahr 2015:

Bilder: Fest der Kinderrechte in Heusenstamm

Die Kinderrechtskonvention, informiert Andrea Filsinger vom Fachbereich Soziales im Rathaus, wurden 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen und traten ein Jahr später in Kraft. Regierungsvertreter aus der ganzen Welt erkannten die Konventionen offiziell an. Die elementaren Grundrechte beinhalten das Überleben und die Entwicklung, das Verbot des Diskriminierens und die Wahrung der Interessen der Kinder.

1992 wurden die Kinderrechte in Deutschland ratifiziert, so dass 2017 ein Jubiläum gefeiert werden kann. Die Konvention wurde jedoch bis heute nicht ins Grundgesetz aufgenommen, betont Filsinger. „Änderungen in Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht wären notwendig, damit Flüchtlingskinder endlich gleiche Rechte erhalten“, betont Bürgermeister Halil Öztas. Das Fest soll Mädchen und Jungen, deren Eltern, Politiker und alle Bürger auf die Regeln aufmerksam machen. Erzieher und Pädagogen haben sie kindgerecht vermittelt, in den vergangenen Wochen liefen in den beteiligten Häusern kreative Aktionen.

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