Förderverein bewirbt sich an der Holzland-Becker-Ausschreibung

„Klingelnde Vereinskassen“: Eine Kirche ohne Orgelmusik

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Förderverein-Vorsitzender Norbert Holzamer (links) und Professor Elmar Götz vom Verwaltungsrat an der Rembrücker Orgel.

Heusenstamm - Jedes Jahr organisiert das Obertshausener Unternehmen Holzland Becker in einer der drei Nordgemeinden des Kreises die Ausschreibung „Klingelnde Vereinskassen“. Dabei kann online über zehn Finalisten und ihre Projekte abgestimmt werden. Von Yvonne Fitzenberger 

Mit dabei ist der Förderverein Balthasar Neumann, der mit dem Gewinn die Renovierung der Orgel in der Kirche Mariä Opferung finanzieren will. Was wäre eine Kirche ohne den Klang einer Orgel? Die Rembrücker Kirche Mariä Opferung steht genau vor dieser Frage. Die Wartung der Orgel ist längst überfällig und nun droht sie zu verstummen. Um das zu verhindern, hoffen Verwaltungsrat und der Förderverein Balthasar Neumann auf den Gewinn des Preisgeldes der Holzland-Becker-Ausschreibung „Klingelnde Vereinskassen“. „Die Orgel meldet sich schon“, erläutert Professor Elmar Götz. Er ist Mitglied des Verwaltungsrats der Kirche. Das Musikinstrument gibt vor allem bei schwülem und feuchtem Wetter schrille Töne von sich. Begründet ist das durch den Verschleiß verschiedener Bauteile, die ausgetauscht werden müssen.

Die Orgel wurde 1974 mit einem Konstruktionsfehler eingebaut. Götz: „Die Luftmaschine ist in die Orgel integriert worden.“ Bei der Renovierung wird die Maschine ausgebaut und separat aufgestellt. Im Abstand von 30 Jahren soll solch ein Instrument gewartet werden. „Die Entscheidung des Fördervereins die Renovierung zu bezuschussen, ist genau mit der Ausschreibung zusammengefallen“, sagt Götz. Die Kosten der Erneuerung werden zum einen durch ein altes Geschenk gedeckt: Der ehemalige Kirchenchor vermachte die Vereinskasse der Gemeinde unter der Voraussetzung, dass sie für die Orgelwartung verwendet wird.

Zum anderen stellt der Förderverein Balthasar Neumann 15.000 Euro zur Verfügung, was fast der Hälfte der Kosten entspricht. „Orgelbauer sind inzwischen sehr selten, die stehen fast schon unter Denkmalschutz“, betont Götz. Das mache die hohen Kosten für die Arbeiten an dem Musikinstrument aus. Zur Reinigung der gesamten Orgel und Erneuerung der verschlissenen Teile muss das Instrument vollständig auseinander gebaut werden. Die Tasten und Pedale klemmen und Dichtungen sind porös. Außerdem muss die Orgel neu gestimmt werden. „Sie soll einen milderen Klang erhalten“, kündigt Norbert Holzamer, Vorsitzender des Fördervereins, an. Durch den neuen Kammermusikklang will der Verein zukünftig Konzerte in der Kirche ausrichten. „Orgelmusik außerhalb der Liturgie zu fördern, ist Teil unserer Satzung“, erläutert Holzamer.

Zukunftsforscher fordert neue Reichtums-Definition

Ziel ist es, die Renovierung bis zum kommenden Frühjahr abzuschließen, um die Festlichkeiten für das 750-jährige Bestehen der christlichen Kirche in Rembrücken im Jahr 2018 planen zu können. In jenem Jahr wird auch die erste urkundliche Erwähnung Rembrückens gefeiert werden. Mit Hilfe des Preisgeldes aus der Ausschreibung soll die Renovierung in greifbare Nähe rücken. Der fehlende Betrag wird über Spenden und andere Ausschreibungen gedeckt. „Schließlich besteht die Orgel ja auch aus viel Holz“, scherzt Holzamer mit Blick auf den Ausschreiber Holzland Becker und hofft auf eine gute Platzierung bei dem Wettbewerb.

Abstimmung

Für die Vereine kann auf www.holzlandbecker.de/abstimmung-vereinskassen.php bis Montag, 31. Oktober, abgestimmt werden. Die Gewinnsumme staffelt sich in 1000 Euro für den ersten und zweiten Platz, 750 Euro für den dritten und vierten Platz, 500 Euro für die Fünft- bis Achtplatzierten und 250 Euro für Platz neun und zehn.

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