Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr will aktive Mitglieder weiterbilden

Klingelnde Vereinskassen: Die eigenen Grenzen finden

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Heusenstamm - Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr bewirbt sich beim Holzland-Becker-Wettbewerb, um aktiven Feuerwehrleuten die Möglichkeit zu geben, an einem besonderen Training teilzunehmen. Von Yvonne Fitzenberger 

Dabei werden gefährliche Situationen simuliert, um die Atemschutzträger auf den Notfall vorzubereiten und ihnen ihre Grenzen zu zeigen. „Heißes Training für coole Retter“ nennt sich das Projekt, mit dem sich der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr bewirbt. Die Atemschutzträger unter den aktiven Feuerwehrmännern und -frauen wollen bei einem speziellen Training für Inneneinsätze mitmachen, bei dem der Ernstfall simuliert wird. Denn Einsätze in geschlossenen Räumen können gefährlicher werden, als mancher Laie sich das vorstellen kann. Schon vor zwei Jahren konnten 14 Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehr zu der Wochenendübung gehen. Mit dabei war Katrin Rebell. Sie ist zweite stellvertretende Wehrführerin und erlebte am eigenen Leib, wie wichtig das ist. „Es hilft, die Grenzen zu finden und besser auf die Gefahrensituation reagieren zu können.“

Die Feuerwehrfrau berichtet von dem Training, das aus einer Einführung und hauptsächlich aus praktischen Übungen besteht. „In alten Frachtcontainern wurden Holzfeuer gezündet und die Decken abgesenkt“, erzählt sie, „damit wir merken, wie es in einem Wohnhaus wäre.“ Ganze 18 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die die Feuerwehrleute mit sich tragen müssen. Dazu kommen die Hitze, der Sauerstoffmangel und die Beklemmung, die das Tragen der Maske und der Ausrüstung auslösen kann. Eine hohe Belastung, die auf die Freiwilligen zukommt. Wer einen Atemschutz tragen will, muss wie beim Tauchen zunächst ein Lehrgang besucht werden. Katrin Rebell: „Die Übungen sind wichtig, da man es leicht unterschätzt, wie beklemmend das ist. Man muss erst lernen, sich darauf zu verlassen, dass man genug Luft bekommt.“ Die Bedingungen bei dem zusätzlichen Training sind noch einmal belastender. „Die Einsätze gehen stark auf die Kondition“, fügt Horst Rebell, Vorsitzender des Fördervereins, hinzu. „Da muss sich jeder auf den anderen verlassen können, aber auch sich selbst schützen.“

Bilder: Fastnacht bei der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm

Umso wichtiger ist es, dass die Feuerwehrleute die Wucht eines Feuers möglichst vor einem Notfall kennenlernen. Katrin Rebell: „Ich habe gelernt, wie sich Feuer verhält, was meine Schutzkleidung alles aushält und wie ich effektiver einen Brand bekämpfen kann.“ Eine Situation, die ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist: Eine Löschübung bestand darin, dass eine Gruppe in einem oberen Stockwerk im Einsatz war und die zweite Gruppe das Feuer unten löschen musste. Dabei lernten sie, wie explosionsartig heißer Wasserdampf nach oben steigt. „Das fühlte sich wie in einem Cartoon an, bei dem man sieht, wie das Thermometer steigt“, sagt Katrin Rebell. Und heißer Wasserdampf kann leichter durch die Schutzkleidung dringen. Die Teilnehmer konnten so lernen, wie wichtig der vorsichtige Umgang mit dem Löschwasser ist.

Mithilfe des Preisgeldes aus der Holzland- Becker-Abstimmung soll es nun den nächsten 15 Atemschutzträgern ermöglicht werden, das teure und nicht alltägliche Wochenendtraining zu besuchen.

Abstimmung

Für die Vereine kann auf www.holzlandbecker.de/abstimmung-vereinskassen.php bis Montag, 31. Oktober, abgestimmt werden. Die Gewinnsumme staffelt sich in 1000 Euro für den ersten und zweiten Platz, 750 Euro für den dritten und vierten Platz, 500 Euro für die Fünft- bis Achtplatzierten und 250 Euro für Platz neun und zehn.

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