Die Erdbeeren blühen schon

Frühjahrsputz im Schulgarten der Adalbert-Stifter-Schule

+
Unkraut entfernen und die Erde auflockern: Den Kindern macht dei Gartenarbeit sichtlich Spaß.

Heusenstamm - Für Gärtner gibt es kein schlechtes Wetter, höchstens unpassende Kleidung. Diesem Grundsatz sind auch die Eltern, Schüler und die Lehrer der Adalbert-Stifter-Schule (ASS) gefolgt und haben den Schulgarten auf Vordermann gebracht. Von Jürgen Roß 

Ein wenig Einsehen hat der Aprilwetter mit den Nachwuchs-Kleingärtnern schon. Es ist zwar recht kühl, bleibt aber weitgehend trocken, als es für die Adalbert-Stifter-Schul-Familie heißt, den gemeinsamen Garten für das Frühjahr fit zu machen. Der kleine Garten auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) ist sogar schon ein Fernsehstar geworden. Für „Alle Wetter“ vom Hessischen Rundfunk war ein Fernsehteam da, um sich die Arbeit anzusehen. Während der Dreharbeiten entstanden nicht nur ein kurzes filmisches Portrait für die Umweltlotterioe „Genau“, sondern auch das neue Tomaten-Gewächshaus.

Damit der Schulgarten wieder schön aussieht und reichliche Obst und Gemüse hervorbringt, ist es aber mit dem Gewächshaus noch lange nicht getan. Das Unkraut sprießt aus allen Ecken. Für Aaron, Lukas und ihre Klassenkameraden gibt es alle Hände voll zu tun. Die beiden kleinen Gärtner wissen schon sehr genau, was Unkraut ist und auf welche Pflänzchen sie aufpassen müssen. „Hier haben wir Erdbeeren angepflanzt und die blühen zum Teil schon“, erläutern die beiden Brüder nicht ohne Stolz. Den Kindern ist die Begeisterung an der Gartenarbeit anzusehen.

Das Konzept des Schulgartens geht auf. Aus dem kleinen Pflänzchen, das die Schulleitung zusammen mit dem Förderverein in die Welt gesetzt hat, ist mittlerweile schon eine gesunde Pflanze geworden. „Wir machen die Erfahrung, dass die Kinder wesentlich bewusster mit der Natur und den Nahrungsmitteln umgehen“, berichtet Schulleiterin Christiane Knickel. Der Garten ist zu einem gemeinsamen Projekt aller geworden. Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler engagieren sich und erleben gemeinsam, wie neues Grün sprießt, wie die Zeit der Ernte kommt und wie der Garten seinen Winterschlaf hält.

Zweimal im Jahr kommt die Schulfamilie zusammen, um den Garten in einer gemeinsamen Aktion in Schuss zu bringen. An diesem kühlen Apriltag ist es wieder so weit und es geht natürlich nicht nur um den Garten. Die Eltern haben Kaffee und Kuchen mitgebracht, es wird gegrillt. Unter dem Vordach neben dem OGV-Vereinsheim sind Bastel- und Malstationen und überall stehen Gruppen von Kindern, Eltern und Lehrer und sind im Gespräch. Dabei geht es nicht nur um Gartentipps. In ungezwungener Atmosphäre lernen sich Eltern und Lehrer besser kennen, können Erfahrungen austauschen und so manches Problem ansprechen.

„Sauberhaftes Dietzenbach“

Derweil geht es im Garten vorwärts. Zwei große Hügel mit Erde und Mulch müssen im Garten ausgebracht werden. Ubaid, Dany und Irakli schaufeln die Erde in die bereitstehende Schubkarre und die Eltern fahren den Wagen in den Garten hinein. Alle arbeiten Hand in Hand. Der pädagogische Wert des Gartens geht weit über die Umweltbildung hinaus. „Jede Klasse hat ein eigenes Projekt im Schulgarten, erlebt so die vier Jahreszeiten und verschiedene Pflanzen kennen“, erläutert Knickel.

Aaron und Lukas haben ihre Werkzeuge derweil beiseite gelegt und erklären, was wo angebaut wird: „Da hinten kommen dieses Jahr die Kartoffeln hin, in den Hochbeeten haben wir Erdbeeren, Kürbis und Salat und in das andere große Beet setzen wir Zucchinis und Bohnen.“ Die beiden Zweit- und Drittklässler sind mit Begeisterung Juniorgärtner und freuen sich darauf, wenn das frische Gemüse in der Schule zubereitet wird. „Wir erleben, dass Kinder eine große Wertschätzung gegenüber den Lebensmitteln haben und auch Dinge essen, die sie zu Hause nicht mögen“, erzählt Knickel.

Die „großen“ Kleingärtner vom Obst- und Gartenbauverein haben sich mittlerweile mit den kleine Kleingärtnern angefreundet. Aus der anfänglichen Skepsis bei einigen älteren Kleingärtnern sind mittlerweile zahlreiche Patenschaften entstanden. „Die Kleingärtner beneiden uns sogar, dass wir bei unseren großen Arbeitseinsätzen so viele Helfer haben, die an einem Vormittag den Garten auf Vordermann bringen“, erzählt Schulleiterin Knickel. Eigens für den Schulgarten haben die Gärtner den Schülern inzwischen sogar eine Wasserleitung gebaut.

Kommentare