Geflügel auf dem Gelände des Seniorenzentrums Horst-Schmidt-Haus

Fünf Hühner und kein Hahn

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Hanne Buccoli vom Förderverein Lebensbilder am Gehege im Horst-Schmidt-Haus-Garten, das für die fünf Gasthühner abgesteckt wurde.

Heusenstamm - Im Seniorenzentrum Horst-Schmidt-Haus an der Herderstraße ist fast immer etwas los. Von Claudia Bechthold 

Die engagierten Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt-Einrichtung sowie die Aktiven des Fördervereins Lebensbilder lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um unter den Bewohnern keine Langeweile aufkommen zu lassen. Deshalb wohnen derzeit fünf Hühner auf dem Gelände. Die gute Nachricht für die Nachbarn zuerst: Die fünf „Damen“ sind ohne männliche Begleitung angereist. Das heißt, auch in den kommenden Tagen und Wochen wird kein Nachbar in aller Herrgottsfrühe durch Hahnengeschrei geweckt. „Gegen das Halten eines Hahns könnten Nachbarn wegen der Lärmbelästigung etwas unternehmen, wenn sie wollten“, erläutert Hanne Buccoli vom Förderverein Lebensbilder, „gegen das Halten von Hühnern ohne Hahn aber nicht“. Seit etwa einer Woche wohnen fünf Hühner in einem eingezäunten Areal auf einer Wiese unter einem Baum am Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt „Horst-Schmidt-Haus“ an der Herderstraße. Und sie sind natürlich Gesprächsthema Nummer eins in der Einrichtung. „Eine heißt Berta“, sagt Hanne Buccoli lachend, welches Huhn das ist, lässt sich allerdings nicht zuordnen. So ganz ernst gemeint ist es wohl auch nicht.

Die Vögel dienen vor allem der Unterhaltung für die rund 130 Bewohner des Horst-Schmidt-Hauses. Eine eigens am Stall aufgestellte Bank sei stets gut besucht, berichtet Hanne Buccoli. Und auch für die Demenzpatienten in der Einrichtung verspricht man sich beim Förderverein Lebensbilder, der sich vor allem um jene Patienten kümmert, einen Nutzen. „Die Hühner erinnern sie an früher, weil sie viel näher an der Landwirtschaft aufgewachsen sind als junge Menschen heutzutage“, betont die frühere Vorsitzende des Fördervereins. Und das Beobachten der Tiere wirke beruhigend.

Daher plant der Verein schon seit einiger Zeit, einen kleinen Haus-Zoo für Kleintiere auf dem Awo-Gelände einzurichten. Eine Arbeitsgruppe des Vereins befasst sich mit diesem Thema. Neben Hühnern könnten dort zum Beispiel Hasen und Meerschweinchen einziehen. Zunächst hatte man ja an Schafe gedacht, das aber gestatteten die Behörden des Kreises nicht. Das Gelände liege in einem reinen Wohngebiet, hatte man argumentiert, da sei das Halten von Schafen nicht erlaubt. Außerdem wünschen sich die Aktiven von Lebensbilder eine Katze für das Heim. Denn zu den genannten Aspekten einer Tierhaltung käme noch hinzu, dass die Bewohner Aufgaben und damit Verantwortung übernehmen könnten.

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Das ist auch jetzt mit den Hühnern schon so. „Hühnerbeauftragte“ ist Halina Täuber, die als Alltagsbetreuerin im Heim arbeitet und auf die Einhaltung des „Dienstplans achtet. Jede Woche ist eine andere Gruppe des Hauses für die Tiere zuständig: „Sie müssen die Vögel morgens ins Freie lassen, dafür sorgen, dass genügend Futter und Wasser vorhanden sind, und sie abends wieder in den Stall bringen.“ Letzteres ist wohl ein großer Spaß für Zuschauer, denn so einfach ist es offenbar nicht, die Hühner davon zu überzeugen, dass nun Schlafenszeit ist. Die Eier, die die Tiere legen, bekommt jeweils die Gruppe, die auch mit der Pflege an der Reihe ist. „Die Hühner kommen nach den vier Wochen sicher gut genährt wieder nach Hause auf den Hühnerhof Lüft in Seligenstadt, bei dem sie gemietet sind. Denn Füttern möchte jeder Bewohner. „Wir haben extra eine Liste aufgehängt, was die Tiere fresen dürfen.“ Finanziert wird die Aktion übrigens vom Förderverein.

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