Tiefe Gräben im Sportplatz

Grundsanierung im Sportzentrum Martinsee

+
Mit einer Fräse ziehen Bauarbeiter derzeit die künftigen Drainagen in den Rasenplatz 2.

Heusenstamm - Lange hätte der sogenannte Rasenplatz 2 im Kultur- und Sportzentrum Martinsee nicht mehr gehalten. Deshalb hat man sich entschieden, eine Grundsanierung anzugehen. Seit einigen Tagen laufen diese Arbeiten. Von Claudia Bechthold 

Das blaue Gefährt zieht im Schneckentempo seien Bahn. Hinter dem traktorartigen Fahrzeug zieht eine Fräse einen schmalen, aber tiefen Graben in den Sportplatz, an dessen Funktion nur die an den Außenzaun angelehnten Tore erinnern. Der Rasenplatz 2, wie das Spielfeld offiziell in den Zeitplänen für die Sportvereine geführt wird, ist derzeit einem Acker gleich. Das Grün ist weg, hellgrau trocknet der graubraune Boden in der heißen Sonne. „Das sind die Vorarbeiten für die Drainagen, die jetzt für den Rasen angelegt werden sollen“, erläutert Markus Tremmel, Leiter des städtischen Fachdienstes Sport und Kultur. Ein ganzes Gitternetz solcher Drainagen soll am Ende die Rasenunterlage des Platzes durchziehen.

Der Grund für diese aufwändigen Arbeiten, für die Ausgaben in Höhe von rund 120.000 Euro vorgesehen sind, waren die Ergebnisse einer Untersuchung des Platzes durch Experten eines Fachbüros. Dabei sei festgestellt worden, dass der eigentlich notwendige Schichtenaufbau für ein Sportfeld fehle. Stattdessen habe man eine sogenannte Sperrschicht vorgefunden, die das Ablaufen von Regenwasser fast unmöglich gemacht habe. Das sei ungünstig für die Rasenwurzeln, die in der Nässe stehend faulen können. Und auch der „Baugrund“ sei nur gering wasserdurchlässig. Der Rasen habe daher immer wieder unter Wasser gestanden.

Die Sanierung des Platzes sei also unausweichlich gewesen. Die Drainagen, die von Mitarbeitern der Firma Schmitt Intergreen nun ins Erdreich gefräst werden, sollen am Ende, unterschiedlich tief und breit, wie ein riesiges Gitter längs und quer den ganzen Platz durchziehen. Sie werden mit einem geeigneten Sand befüllt. Das Regenwasser kann dann aus den feinsten Rinnen unterhalb der Rasendecke wie bei einer Kaskade in die nächst tieferen und von dort in die ganz großen „Gräben“ sickern, um schließlich in den benachbarten Weiher, den Martinsee, laufen zu können.

Süddeutsche Leichtathletik-Meisterschaften im Behindertensport

Genutzt wird der Rasenplatz 2 vor allem vom Rugby Klub Heusenstamm und von den Teams der SG Heusenstamm Zrinski. Für alle habe man Ersatzplätze für das Training gefunden. versichert Tremmel. Wenn die Tragschicht am Ende wieder aufgetragen wurde, kann der Rasen neu eingesät werden. Danach dauert es noch einmal einige Wochen, bis wieder ein dichter Sportrasen entstanden ist. Im März nächsten Jahres, schätzt Markus Tremmel, werde man den Platz wieder freigeben können. Die Regel, dass Rasenplätze grundsätzlich nur 15 bis 20 Stunden pro Woche genutzt werden sollen, wird weiterhin gelten. Der Rasen benötige einfach Ruhezeiten und einmal im Jahr auch eine umfassende Rekultivierung.

Ferienspiele am Martinsee

Kommentare