Bürgermeister Öztas klagt über zu wenig Kita-Plätze

Schaukelpferd im Sitzungssaal

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Gebannt verfolgen Babys und Eltern, was ihnen Bürgermeister Halil Öztas gerade erzählt.

Heusenstamm - In der Schlossstadt gibt’s so einiges, was es woanders nicht gibt. Das sind nicht nur Schloss und Torbau, sondern auch ganz neue Formen, auf Anwohner zuzugehen. Bürgermeister Halil Öztas begrüßte gestern zwei Dutzend neugeborene Heusenstammer samt Eltern. Das Ziel: Angebote der Kommune vorstellen. Von Michael Prochnow 

Das ist ein ganz neues Sitzungssaal-Gefühl: Auf dem Boden liegen Isomatten, tanzen Luftballons, schwingt ein Schaukelpferd, auf den Tischen, die im Rechteck angeordnet sind, stehen Kaffeegeschirr, süßes Gebäck und Obstteller. Statt Stadtverordneter hocken auf den Stühlen Mütter und Väter mit Babys im Arm. Bürgermeister Halil Öztas begrüßt sie alle herzlich: „Politiker sind auch manchmal laut“, nimmt er quengelnde und schreiende Kinder in Schutz.

Er möchte nicht nur neu zugezogene, sondern auch neu geborene Heusenstammer willkommen heißen, betont Öztas. Er stellt zunächst sich selbst vor, spricht über seine ersten 150 Tage im Amt. Bei Kindern und Jugendlichen, die bisher „vielleicht nicht so im Fokus standen“, möchte er Akzente setzen, eine familienfreundliche Stadt vertreten. Viele Einrichtungen für den Nachwuchs seien geschaffen worden, einige müssten nun ausgebaut werden, damit jedes Kind, jeder Schüler, betreut werden kann.

Öztas interessiert sich dafür, wer neu nach Heusenstamm gekommen ist. Es sind Einige. Ihnen stellt er Eckdaten vor, nennt drei städtische und vier konfessionelle Kindergärten. Dennoch fehlen Plätze. Die Schlossmühle neben dem Rathaus werde 2017 eröffnet, weitere Einrichtungen seien in Planung. „Aber es ist sehr schwierig, unsere vier offenen Erzieher-Stellen zu besetzen“, informiert Kerstin Stanek, Fachdienstleiterin Jugend, Soziales, Senioren.

Spielkreis statt Kneipentour: Wenn Freunde Eltern werden

An Grund- und weiterführenden Schulen mangele es nicht, die Ausbildung sei bis zum Abitur möglich, fährt der Rathauschef fort. Frauenbeauftragte Petra Beißel ist als Leiterin des Familienbüros erste Anlaufstelle für jegliche Betreuung von Kindern ab der achten Woche. Sie vermittelt qualifizierte Tagesmütter, die regelmäßig Fortbildungen absolvieren, geschulte Babysitter und Leih-Omis. Weitere Kräfte seien stets willkommen. Das Motto der professionellen Betreuung: „Zeit für mich – Zeit für dich“. Die Leiterin plädiert für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für dieses Ziel seien auch Arbeitgeber miteinzubeziehen.

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

Die derzeit zehn Tagesmütter betreuen länger als Kitas, seien flexibler, ihr Angebot koste ähnlich viel wie ein Platz im Kindergarten. Öztas selbst tritt für gebührenfreie Kindergartenplätze ein, „aber das wird man nicht von heute auf morgen schaffen“, das lasse der Stadtsäckel noch nicht zu. „Wir auf der untersten Ebene müssen für Entscheidungen in Land und Bund aufkommen“, klagt er. „Wenn es möglich ist, die Gebühren auch nur um einen Hauch zu reduzieren, werde ich mich dafür einsetzen“, verspricht der Bürgermeister. Doch er warnt vor zu großen Hoffnungen: „Vor 2018 wird es das nicht geben“.

Das Familienbüro ist montags bis freitags zu erreichen, jeweils von 9 bis 15 Uhr, besser ist’s einen Termin per Mail oder Telefon zu vereinbaren: familienbuero@heusenstamm.de oder 06104/6071717.

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