Junge gewinnt Tickets

Max fährt nach Lille zum DFB-Spiel

Heusenstamm - Maximilian Paul dürfte derzeit der glücklichste Neunjährige in der Schlossstadt sein. Denn wenn am Samstag, 11. Juni , die deutsche Mannschaft zu ihrem ersten Spiel der Fußball-Europameisterschaft in das Stadion in Lille einläuft, dann ist er dabei. Von Claudia Bechthold 

Und Papa Christoph auch. Als Max erfuhr, dass er nach Lille reisen darf, wollte er seiner Mutter zunächst nicht glauben. Er dachte an eine Flunkerei. Aber Malgorzata Paul konnte ihrem Sohn beweisen, dass es stimmt. „Da war ich sprachlos“, sagt Max.

Es war der Wettbewerb einer großen Fastfood-Kette, auf den Malgorzata Paul aufmerksam geworden ist. Ohne jemand anderem etwas davon zu erzählen, hat sie ein Video eingesandt, auf dem Max ein Eintracht-Lied singt. Denn es ging zur Auswahl der sogenannten Einlaufkinder um die schönsten Fan-Gesänge. „Sie haben mich bald angerufen und gesagt, dass Max gute Chancen habe“, erinnert sie sich. Und als dann die endgültige Zusage kam, habe sie erst einmal einen Freudentanz vollführt.

Mindestens genauso glücklich über diese Nachricht war Vater Christoph Paul. Denn er wird seinen Sohn auf dieser Reise begleiten. Beide sind überzeugte Fußballfans, ihre Lieblingsmannschaft ist Eintracht Frankfurt. Max hat schon mit fünfeinhalb Jahren angefangen, selbst Fußball zu spielen. Zunächst bei der TSV Heusenstamm. Inzwischen spielt er bei der TGS Jügesheim, für die er allein in dieser Saison schon 30 Tore geschossen hat. Und über ein Fußball-Camp ist er in das Talenttraining der Frankfurter Eintracht gekommen, das er einmal in der Woche besucht.

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„Das ist ein Superprogramm, was wir da erleben dürfen“, schwärmt Christoph Paul. Los geht es am Mittwoch, 8. Juni. „Wir werden zu Hause abgeholt“, berichtet der Vater. Zunächst werden sie nach Freiburg gebracht, wo sie die anderen 16 Einlaufkinder treffen werden. Von dort fahren sie in einem eigenen Mannschaftsbus nach Évian am Genfer See, jenem Ort, in dem die deutsche Mannschaft ihr Quartier während der Europameisterschaft beziehen wird. Allerdings werden sie in einem anderen Hotel untergebracht.

In Évian dürfen sie dann bei einem Training zusehen und an einer Pressekonferenz teilnehmen. Und da hofft Max natürlich, auf Marco Reuss zu treffen, seinen Lieblings-Nationalspieler. Die Frisur hat er sich schon bei Reuss abgeschaut. Und das neue Auswärtstrikot der Deutschen hat er ebenfalls schon. „Das musste sein wegen des vierten Sterns, erläutert seine Mutter. Natürlich gibt es weitere Aktivitäten bis zur Abreise nach Lille. Zunächst fliegen sie nach Paris und von dort nach Lille an der belgischen Grenze.

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Mit dem Sänger Mark Forster werden die Kinder, zu denen übrigens auch drei Mädchen zählen, die Nationalhymne einüben. Denn die sollen sie wohl mitsingen, wenn sie dann im Stadion stehen. Und wenn der Schiedrichter das Spiel dann anpfeift, sitzen die Kinder bei ihren Vätern oder Müttern im Stadium.

Was Max gern von dieser Reise mitbringen möchte? Ein Autogramm von Marco Reuss, ruft er sofort. Genau genommen eigentlich drei Autogramme des Spielers. Denn Reus hat noch mehr Fans in Heusenstamm. Und was Max später mal werden möchte? Fußballer natürlich. „Und wenn ich das nicht schaffe, werde ich Pilot.“

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