Thomas Hartmanns Stück spielt in Wirtschaftswunderzeit

Camillos Bruder backt Pizza

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Thomas Hartmann, Heide Schwab, Stefanie Acri und Willi Seidewitz (von links) bei der Probe zu „Don Camillo und Calzone“.

Heusenstamm - Der Kultursommer am Schloss ist zu einem wesentlichen Anteil geprägt von den Aufführungen der vielen Theatergruppen, die es in der Schlossstadt gibt. Jedes Jahr studieren Laiendarsteller ein neues Stück ein. Beim Karnevalklub Disharmonie ist dieses meist sogar selbst geschrieben. Von Claudia Bechthold 

Textsicher sind sie noch nicht, die Akteure des Karnevalklubs Disharmonie (KKD). Willi Seidewitz sitzt daher direkt vor der Bannturm-Bühne und liest mit, greift immer wieder helfend ein. Aber KKD-Vorsitzender Thomas Hartmann bleibt ruhig. „Das wird schon“, ist er überzeugt. „Don Camillo und Calzone“ heißt das Stück, das er für den diesjährigen Kultursommer geschrieben hat. „Es geht um die Wirtschaftswunderzeit der 60er Jahre“, erläutert er weiter. Gemischt hat er es – in bewährter Form – mit viel Musik aus eben dieser Zeit. Melodien wie „Marina“, „Volare“, „Que sera, sera“ oder „Zwei kleine Italiener“ und der „Itsy Bitsy Teenie Weenie Strandbikini“ werden erklingen, freilich nicht immer mit den Originaltexten. Verstärkung hat sich das Team um Hartmann in diesem Jahr mit Nicole Grundel und Claudia Wölfel geholt, beide Absolventinnen der Hamburg Stage School. Die Heusenstammerin Nicole Grundel spielt die Tochter Marina des Pizzeria-Wirts Nicola di Camillo (Thomas Hartmann).

„Don Camillo hat einen Bruder“, erläutert Thomas Hartmann die Grundidee seines Stücks. Und während sich der Priester in seinem norditalienischen Dorf mit Bürgermeister Peppone auseinandersetzt, wandert Nicola mit seine Familie nach Deutschland aus. Zunächst ins Ruhrgebiet, aber der Bergbau ist nichts für ihn. Also geht er in den (fiktiven) Ort Ochsenhausen und erfüllt sich seinen Traum: Direkt am Marktplatz eröffnet er eine Pizzeria. Dort aber gibt es schon den „Ochsen“, dessen Besitzer Heribert und Josefine Seitenbacher über die direkte Konkurrenz freilich nicht sehr amüsiert sind. Und zu allem Überfluss verlieben sich auch noch die Tochter des Pizzeria-Wirts und der Sohn des Ochsen-Wirts ineinander.

„Natürlich geht es um Liebe, aber auch um den Bürgermeister, die Dorfpolitik und die Opposition“, sagt Hartmann und versichert zugleich: „Mit Heusenstamm hat es diesmal nichts zu tun! Aber es könnte natürlich auch in Heusenstamm so gelaufen sein.“ Auf der Bühne singen derweil Nicole Grundel und Timo Hartmann ein Duett. Heide Schwab – sie spielt die Ehefrau Carlotta di Camillo – hat das Kostüm für die Aufführung schon mal angezogen. Das Kleid mit Petticoat sitzt noch nicht hundertprozentig, aber noch ist ja Zeit bis zur Aufführung.

14 Darsteller werden „Don Camillo und Calzone“ am Samstag, 9. Juli, um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) auf der Bannturm-Bühne spielen. Manche Rollen sind doppelt besetzt, da es weitere Aufführungen in Groß-Umstadt sowie am 10. September auf dem Kirchplatz geben wird. „Und nicht alle konnten an allen Terminen.“ Bis dahin wird noch gelernt und geprobt. Denn nicht nur der Text muss sitzen bis zum 9. Juli, auch die Dramaturgie muss stimmen.

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