Fundsachen-Versteigerung des Ordnungsdienstes

Hoffnung auf ein Schnäppchen

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Karl-Heinz Kühnle (links) gibt mit dem Holzhammer im Hof des Hammerhauses an der Schlossstraße einem Bieter den Zuschlag. Für Kinder gibt’s einen Schokokuss obendrauf.

Heusenstamm - 50 Fahrräder, ein Anhänger und sogar ein Auto hatten sich beim Ordnungsamt im Lauf des vergangenen Jahres angesammelt. Diese Fundsachen versteigert die Stadt einmal im Jahr. Von Claudia Bechthold

Mehr als 100 Menschen stehen im Hof des sogenannten Hammerhauses. Alle warten darauf, ein Schnäppchen zu machen. Einmal im Jahr versteigert die Stadt ihre Fundsachen, Gegenstände also, die gefunden und abgegeben, aber nie abgeholt wurden. Das sind meist vor allem Fahrräder, die auch von der Polizei an die Stadt weitergegeben werden. „Wir starten mit fünf Euro“, ruft Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Kühnle in die Runde. Sofort schnellen die ersten Arme in die Luft. „Sieben Euro“, ruft der Herr mittleren Alters. „Zehn Euro.“ „Zwölf Euro.“ Schlag auf Schlag schallen die Gebote über den Hof. Nachvollziehbar, denn es ist ein ansehnliches, noch voll funktionstüchtiges Mountain-Bike, das da gerade ersteigert werden kann. „Nur ein bisschen sauber machen müsste man es“, kommentiert Kühnle.

Anfangs ist das noch so eine Sache mit den Schnäppchen. Da viele Interessenten auf einen passenden Drahtesel warten, wird auch viel geboten. Die Preise steigen also in die Höhe. Immerhin 120 Euro zahlt ein Bieter am Ende für ein Rad. Das bleibt das Höchstgebot.

Nach etwa einer Stunde lässt das Interesse nach. Manch einer hat sein Geschäft schon gemacht und transportiert seine „Beute“ schon nach Hause. Andere verlieren die Lust und verlassen den Hof in der Nähe des Schlosses. Für andere wird es dann aber erst richtig interessant. Denn nun sind nur noch wenige Bieter da. „Da gehen gute Räder für wirklich wenig Geld weg“, betätigt Kühnle, der bei der Abwicklung von seinen Mitarbeiterinnen Stefanie Makaryk und Nicole Weber unterstützt wird.

Kuriose Fundsachen im Mietwagen

Das Auto, das verlassen, mit offener Tür und steckendem Schlüssel am Ahornweg gefunden worden war, findet für 100 Euro einen neuen Besitzer. „Wir haben versucht, den Halter ausfindig zu machen“, betont Karl-Heinz Kühnle, „aber ohne Erfolg“. Vermutlich werde der VW Polo jetzt ausgeschlachtet. 1532 Euro fließen am Ende in die Stadtkasse. Und Kühnle kann den Holzhammer für den Zuschlag erst mal wieder einpacken. Im nächsten Jahr fängt die Prozedur dann wieder von vorne an.

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