„Ist nur ein bisschen Statistik“

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Gerne erinnert sich Lothar Subtil an die Saison 1990/91, als erstmals ein TV-Tischtennisteam in der 3. Kreisklasse im Bezirk Offenbach/Hanau antrat. Damals spielten (hinten, v.l.) Tony Kraus, Stojance Davidkov, Oliver Kraus, Lothar Subtil selbst, Siegfried Malicke, Heinz Hoffmann sowie (vorne, v.l.) Gustav Stolle, Hans Kraft, Edmund Paluch und Peter Peutl.

Heusenstamm ‐ Nach 34 Jahren an der Spitze der TV-Tischtennisabteilung hat Gründer Lothar Subtil die Leitung abgegeben. Trotzdem spielt er weiter mit - schon wegen der Kameradschaft. Von Barbara Hoven

Das war schon ein seltsamer Tag damals, als Lothar und Pilar Subtil sich nach zig Jahren Ehe endlich mal wieder richtig sehen konnten beim Abendbrot. Zu verdanken hatten sie das dem neuen Computer. „Bevor wir den bekamen, lag oft der ganze Esstisch voll mit Papierkram“, erzählt Pilar Subtil und ein verschmitztes Lächeln huscht über ihr Gesicht. Schuld an der Stapelbildung sei nicht nur das unermüdliche Engagement ihres Gatten im Vorstand des Turnverein (TV) Rembrücken gewesen.

Sondern auch seine Sorgfalt, wenn’s um die Statistiken für „seine“ Tischtennisabteilung ging. Jedes Spiel, das ausgetragen wurde, jeden Spieler, der je für den Verein an die Platte trat, hat Subtil in seinen Listen verewigt. 34 Jahre lang. Was für Außenstehende nach irrwitzigem Aufwand klingt, ist für Subtil „ein bisschen Statistik“, das eben sein müsse, wenn man eine Abteilung anständig führen wolle.

1990/91 mit zehn Spielern in Verbandsrunde

Lothar Subtil muss es wissen. Schließlich hat er den Posten des Abteilungsleiters bis vor wenigen Wochen ohne Pause inne gehabt, seit er 1976 mit Roman Endlich und Karl Pommer die neue Sparte für Rembrückens größte Gemeinschaft ins Leben rief. Dabei hatte alles schon viel früher begonnen, 1964, im Saal „Zur Rose“. Gerne erinnert sich Subtil an die Gruppe von Hobby-Tischtennisspielern, die damals beschloss, ihr Glück mit dem Zelluloidball zu versuchen.

Nachdem in den 70ern die Abteilung offiziell aus der Taufe gehoben war, dauerte es weitere 14 Jahre, bis man ernst machte: 1990/91 starteten zehn Spieler erstmals in der Verbandsrunde, 3. Kreisklasse, im Bezirk Offenbach/Hanau. Mit unerwartetem Erfolg: Gleich in der ersten Saison wurden die Rembrücker mit 40:0 Meister und stiegen in die 2. Kreisklasse auf. Der Erfolg habe, erzählt Subtil, im Ort die Faszination für den Tischtennis-Sport geweckt. „Es schlossen sich uns so viele an, dass wir in der nächsten Saison mit zwei Mannschaften starteten.“

Die Tischtennisabteilung wuchs, und es wuchs der Eifer, mit dem sich Subtil für seine Ehrenämter einsetzte. Ob beim TV, bei der Freiwilligen Feuerwehr Rembrücken, als Landschaftsbeobachter der Stadt Heusenstamm oder beim Bürgerforum Rembrücken – der heute 68-Jährige war und ist immer da, wenn er gebraucht wird.

„Da dürfen auch die Frauen mit“

Beim Sport ging es Subtil nie nur ums Gewinnen. Vor allem die Kameradschaft sei ihm wichtig. „Jeden Freitag nach dem Training sitzen wir zusammen und klönen“, erzählt er. Und zwar nicht nur jede der drei derzeit aktiven Mannschaften für sich, sondern auch alle gemeinsam. Legendär seien die Jahresabschlussfeiern. „Da dürfen auch die Frauen mit“, fügt die Gattin lachend hinzu.

Auch jetzt, nachdem Subtil die Leitung der Tischtennisabteilung an Anton Kraus übergeben hat („weil man seine Grenzen kennen muss“), bleibt er dem knapp 30 Mann starken Team treu. Manchmal steht er sogar noch an der Platte, „aber nur zur Not, wenn Leute fehlen“.

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