Bürger- und Seniorenhilfe Heusenstamm Jubiläum

20 Jahre gute Nachbarschaft

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Die Gründungsmitglieder freuen sich gemeinsam mit Hanna Heisler (ganz links) und Karin Keller (ganz rechts) über die Ehrung, die Geschenke und die selbstgemacht Tasche. - Foto: yfi

Heusenstamm - Seit 20 Jahren unterstützt die Bürger- und Seniorenhilfe (BSH) Menschen, die im Leben nicht mehr gut allein zurechtkommen. Auch wenn das Jubiläum Grund zu Freude ist, offenbart es auch ein Problem. Dem gemeinnützigen Verein droht die Überalterung. Von Yvonne Fitzenberger

Viele Engagierte brauchen mittlerweile altersbedingt selbst Hilfe. Seit 20 Jahren wird in Heusenstamm Nachbarschaftshilfe in großem Stil betrieben. Dies nahm der Verein Bürger- und Seniorenhilfe (BSH) zum Anlass, die Gründungsmitglieder mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu ehren. Auch Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu ließ es sich nicht nehmen, ein paar lobende Worte über die couragierten Mitbürger zu verlieren. „Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen“, zitierte er die österreichische Schriftstellerin Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach und bescheinigt der BSH einen ersten Schritt, diesem Ideal näher zu kommen. „Gerade in der heutigen Zeit der Ein-Personen-Haushalte, sind viele ältere Bürger auf die Hilfe ihrer Nachbarn angewiesen“, fügte er hinzu.

„Es ist eine Hilfe von Mensch zu Mensch“, bestätigt auch die Vorsitzende, Karin Keller, das nachbarschaftliche Prinzip, das dem Verein zu Grunde liegt. Und die Mitgliederzahl bestätigt den Bedarf: Ende 2015 zählte der Verein über 1300 Mitglieder und 5200 Arbeitsstunden. Ein erfolgreiches Konzept also. Dennoch mussten Karin Keller und Gisela Liebig-Grün, Pressesprecherin der BSH, auch auf die Überalterung der Mitglieder hinweisen.

„Das jüngste Mitglied ist 61 Jahre alt, der Schnitt liegt bei 71 bis 80 Jahren“, berichtet sie den zahlreichen Gästen des Festes. Die meisten bräuchten inzwischen selbst Hilfe und könnten keine eigene mehr anbieten. Der Vorstand vermutet, dass nachrückenden Generationen schlichtweg die Zeit fehle, um sich in diesem Umfang sozial zu engagieren. „Die meisten Mitglieder sind Rentner, die die entsprechende Zeit aufbringen können“, berichteten sie. Dabei könnten schon kleine Hilfen viel bewirken. Um Nachwuchs zu generieren und auch andere Altersgruppen anzusprechen, änderte die Seniorenhilfe Heusenstamm (SHH) ihren Namen im Jahr 2014 in Bürger und Seniorenhilfe (BSH) um.

Seitdem ist auch die Kinderbetreuung ein Teil des Angebotes. Trotzdem ist die klassische Nachbarschaftshilfe – wie kleinere Einkäufe für Alte und Schwache oder die Betreuung von Haustieren – der Schwerpunkt der Arbeit. Hinzu kommen laut Keller auch soziale Komponenten: „Wir organisieren Ausflüge und Veranstaltungen, um Bedürftigen die Möglichkeit zu geben, an Aktivitäten teilzunehmen und so weiterhin ein soziales Leben zu führen.“

Die soziale Ader und die Menschlichkeit des Vereins zeigte sich auch während der Feierlichkeiten und beim anschließenden Fest. Brauchte ein gebrechlicher Mensch Hilfe beim Gehen oder Aufstehen, fand er stets helfende Hände unter den Gästen. Alle zeigten sich überaus freundlich und hilfsbereit. Neben dem Singkreis, der drei Gesangseinlagen präsentierte, war die Ehrung der Gründungsmitglieder ein Höhepunkt. Sie erhielten eine Vereinschronik und eine SOS-Dose, in der sich Informationen für den Notfall befinden. Die Geschenke wurden in selbst genähten Taschen überreicht. Nach offiziellem Teil klang das Fest bei Würstchen und Kuchen der Heusenstammer Reservisten aus.

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