Junge Leute sollen eigene Ideen umsetzen können

Jugendforum erhält Budget

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Sarah Hohmann von der Awo kümmert sich gemeinsam mit der neuen Koordinatorin für Integration, Britta Müller, und Bürgermeister Halil Öztas (von links) um das Demokratie-Programm.

Heusenstamm - Im Juli ist die Stadt Heusenstamm in das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ als „Partner für Demokratie“ aufgenommen worden. Nun werden erste Projekte gestartet. Von Claudia Bechthold 

„Demokratie leben!“ heißt ein Programm der Bundesregierung, mit dem „auf regionaler, überregionaler und bundesweiter Ebene Strukturen geschaffen werden sollen, die menschenfeindlichen Gesinnungen begegnen, die Gestaltung gesellschaftlicher Vielfalt steigern und das bürgerschaftliche Engagement unterstützen“ sollen. Die Stadt Heusenstamm beteiligt sich an dem Programm, erhält allein in diesem Jahr 55.625 Euro für entsprechende Projekte. Als Partner hat der Magistrat nun die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Kreis Offenbach gewinnen können, deren Mitarbeiterin Sarah Hohmann gemeinsam mit der neuen Koordinatorin für Integration Britta Müller, die Arbeit im Programm organisieren wird. Britta Müller, bislang Mitarbeiterin des städtischen Jugendzentrums hat ihre neue Aufgabe gestern übernommen. Die Arbeiterwohlfahrt ist im Kreis Offenbach sowie in Dietzenbach und Langen bereits in diesem Bundesprogramm tätig.

Es gehe vor allem darum, vorausschauend zu arbeiten, sagt Bürgermeister Halil Öztas, dem die Stabsstelle von Britta Müller direkt unterstellt ist. Sicher habe es in der Schlossstadt bislang keine größeren Vorkommnisse etwa gegen Flüchtlinge gegeben: „Wir haben sehr gute Verhältnisse in Heusenstamm, sind eine tolle, sehr aufgeschlossene Stadt.“ Doch es gehe auch darum, dem „Alltagsrassismus“ zu begegnen. Gemeint sind Vorurteile, die nicht immer laut gesagt werden, Bedenken, die in Nebensätzen anklingen. Aber auch das Demokrativerständnis soll gefördert, das Interesse an Politik geweckt und Menschen mobilisiert werden, sich wieder mehr an politischen Entwicklungen und vor allem an Wahlen zu beteiligen.

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Außerdem möchte Öztas mit dem Programm eines seiner Wahlversprechen einlösen, die Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlamentes. Die Vorbereitungen dazu hat Britta Müller bereits begonnen. In den Herbstferien, vom 17. bis zum 21. Oktober, fahren zehn Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren gemeinsam mit Britta Müller und Martin Kotzurek vom Jugendzentrum nach Berlin, ins „Machtzentrum der Demokratie“, wie es Öztas nennt. Dort werden unter anderem der Reichstag, der Checkpoint Charlie, das Anne-Frank-Museum und der Untergrund Berlins besucht. Gedacht ist, dass die Teilnehmer anschließend ein Jugendforum gründen, das Ideen entwickeln und mit einem Budget von 5000 Euro auch umsetzen kann.

Wer mitfahren möchte, muss einen gültigen Ausweis haben, die Einverständniserklärung der Eltern sowie den Teilnehmerbetrag in Höhe von 20 Euro mitbringen. Benötigt wird noch Taschengeld für Verpflegung und persönliche Interessen. Voraussetzung ist ein ernsthaftes Interesse an der Mitarbeit im Jugendforum. Anmeldungen sind daher Bewerbungen, denen ein Gespräch folgen wird. Anmeldeschluss: Mittwoch, 25. September. Rückfragen gehen an Britta Müller per E-Mail an: britta.mueller@heusenstamm.de.

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