Keine Buden und Karussells mehr an der Frankfurter Straße

Kerb zieht zurück an Alte Linde

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Kinderkarussell und Autoscooter werden Mitte September auf dem großen Parkplatz vor dem neuen Rewe-Markt an der Alten Linde aufgebaut. Der Versuch, mit den Geschäftsleuten des benachbarten Einkaufszentrums eine gemeinsame Aktion zur Kerb zu starten, ist allerdings gescheitert.

Heusenstamm - Fünf Jahre dauerte der Ausflug der Heusenstammer Kerb auf die Frankfurter Straße. Jetzt kehren Autoscooter, Kinderkarussell und Nierenspieß-Bude zurück an die Alte Linde. Gründe gibt es dafür viele. Von Claudia Bechthold

„Zurück an die Kirche, dahin, wo sie hingehört“, hatte der Magistrat der Stadt im Jahr 2011 die Kerb „geholt“. Die Schausteller hatten seinerzeit die Frage nach einem neuen Standort an den Magistrat herangetragen. Da absehbar war, dass in der Nachbarschaft des Zentrums Alte Linde in größerem Umfang gebaut werden würde, sei ein Umzug ohnehin fällig gewesen, hieß es damals. Zuletzt aber war die Kerb auf der Frankfurter Straße, die eigens dazu für vier Tage gesperrt wurde, kein großer Publikumserfolg mehr. Schon beim offiziellen Bieranstich war der Besucherandrang eher gering. Das Freibier aus dem Anstich-Fässchen wurde man nur mit Mühe los. Außerdem beklagten die Inhaber der umliegenden Geschäfte Einbußen beim Umsatz durch die Straßensperrung. „Das Kinderkarussell stand ja fast in meinem Laden“, sagt Karin Günzel, Inhaberin der Blumenwerkstatt Lebensart. So sehr sie Kinder möge, aber den ganzen Tag über sei das nicht auszuhalten gewesen. Sie habe daher ihren Laden an diesen Tagen zu gemacht.

Melanie Kratz von „Das Buch“ fand die Kerb und die gesperrte Frankfurter nicht si schlimm: „Aber es ist auch gut, wenn an der Alten Linde mal was los ist.“ Und auch Brigitte Höhmann, die mit Schreibwaren Döbert von der Sperrung nicht direkt betroffen war, meint, ein Höhepunkt im Jahr seien die Kerbtage nicht gewesen. Die Kerb auf der Frankfurter Straße werde es nicht mehr geben, bestätigt Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu auf Anfrage. Zumal das Sperren der Straße nach dem mangelnden Besucherandrang etwa im vergangenen Jahr nur schwer zu begründen sei. „Und an der Alten Linde haben die Schausteller wieder einen Tag mehr.“

Kerb 2014 in Heusenstamm

Stattfinden wird die Kerb nun von Samstag, 17. September, bis einschließlich Dienstag, 20. September, auf dem Parkplatz des neuen Rewe-Supermarkts an der Alten Linde. „Damit kann auch der Familientag mit 50 Prozent Rabatt wieder stattfinden“, freut sich Organisator und Schausteller Peter Stein. Denn gerade der Verzicht auf den vierten Kerbtag, also jenen Familientag, sei schon schwer gefallen. „Aber die Stadt war nicht bereit, die Frankfurter einen weiteren Tag zu sperren.“ Mehr Fahrgeschäfte werde es in diesem Jahr allerdings nicht geben, bedauert Peter Stein. „Die Verträge für das Jahr werden allerspätestens im Februar gemacht“, erläutert er. Im nächsten Jahr sehe das dann schon wieder anders aus. Es bleibt also erst einmal bei Kinderkarussell und Autoscooter.

Enttäuscht äußert sich der Schausteller über die Ladenbesitzer im benachbarten Zentrum. „Man hätte zur Kerb zusammen mit den Geschäften Oktoberfest feiern können“, meint er. Tatsächlich hat der Gewerbeverein versucht, etwas auf die Beine zu stellen. Thomas Gretschel vom Brillen-Studio bestätigt, dass die Resonanz auf eine entsprechende Anfrage eher mau ausgefallen sei. „Und wenn niemand bereit ist, aktiv zu werden, bringt es auch nichts.“ Sedat Tekin vom Rewe-Markt will dennoch eine große Tombola zur Kerb veranstalten.

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